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TÜV-Verband: E-Scooter brauchen Blinker

| Redakteur: Melissa Mager

Da das Abbiegen mit E-Scootern häufiger zu gefährlichen Verkehrsunfällen führt, fordert der TÜV-Verband eine Ausstattungspflicht mit Blinkern. Auch die Bundesbürger wünschen sich mehr Sicherheitsvorgaben für die Elektroroller.

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E-Scooter in der City. Sind mehr Sicherheitsvorschriften nözig?
E-Scooter in der City. Sind mehr Sicherheitsvorschriften nözig?
(Bild: obs/ZDF/Oliver Hans Wolf)

Der TÜV-Verband hat drei Monate nach der Einführung von E-Scootern in Deutschland eine Ausstattungspflicht der Elektrotretroller mit Blinkern gefordert. „Die Erfahrungen der vergangenen Monate mit E-Scootern haben gezeigt, dass das Abbiegen im laufenden Verkehr häufig zu gefährlichen Verkehrssituationen führt“, sagte Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands.

„E-Scooter-Fahrer sollten die Hände unbedingt am Lenker lassen, um die Stabilität des Fahrzeugs nicht zu gefährden. Nachfolgende Verkehrsteilnehmer sehen dann aber oft zu spät, wenn Elektrotretroller die Fahrtrichtung ändern oder die Spur wechseln.“ Eine entsprechende Verpflichtung zur Ausstattung von E-Scootern mit „Fahrtrichtungsanzeigern“ sollte zügig in die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung aufgenommen werden. Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands sind 70 Prozent der Bundesbürger der Meinung, dass alle E-Scooter mit Blinkern ausgerüstet werden sollten.

Bundesbürger wollen mehr Sicherheitsvorgaben für E-Scooter

Laut den Ergebnissen der Umfrage fordern die Bundesbürger darüber hinaus weitere Sicherheitsvorgaben für die Nutzung von Elektrotretrollern. 82 Prozent der Deutschen sind der Ansicht, dass für E-Scooter-Fahrer eine Null-Promille-Grenze gelten sollte und 73 Prozent sind für eine Helmpflicht. Immerhin 58 Prozent der Bundesbürger sind sogar der Meinung, dass E-Scooter-Fahrer mindestens einen Mofa-Führerschein vorweisen sollten. Die Ausbildung vermittelt grundlegendes Wissen über die Verkehrsregeln und umfasst sechs Theoriestunden in der Fahrschule sowie eine praktische Stunde. Es folgt eine rein theoretische Prüfung mit 20 Fragen. Das könnte gerade für jüngere E-Scooter-Nutzer sinnvoll sein, die weder über einen Auto- noch einen Motorradführerschein verfügen. E-Scooter dürfen ab einem Alter von 14 Jahren gefahren werden.

Schärfere Sicherheitsvorgaben nur schwer durchsetzbar

In der Praxis dürften schärfere Sicherheitsvorgaben allerdings nur schwer durchsetzbar sein. Der TÜV-Verband setzt sich zwar für eine Helmpflicht ein bisher ist das Tragen eines Helms laut Straßenverkehrsordnung aber erst für Fahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 25 Km/h vorgeschrieben. E-Scooter dürfen dagegen nicht schneller als 20 Km/h fahren. Auch eine Null-Promille-Grenze für eine einzelne Fahrzeugkategorie ist derzeit kaum zu rechtfertigen. Der TÜV-Verband setzt daher auf eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit. „Alle Beteiligten, allen voran E-Scooter-Verleiher, Händler und Behörden, sollten auf die Risiken der Elektrotretroller aufmerksam machen“, sagte Bühler. „E-Scooter-Fahrer sind im fließenden Verkehr ohne Knautschzone oder Schutzkleidung unterwegs.“ Zudem müsse bekannter werden, dass bei der Nutzung von E-Scootern für den Konsum von Alkohol und Drogen die gleichen Regeln gelten wie beim Auto- und Motorradfahren.

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