Und ob das klappt!

Auf der Intermot erstmals vorgestellt

| Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Jetzt vorgestellt: R2 und C4, die beiden neuen Helmmodelle aus dem Hause Schuberth.
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Jetzt vorgestellt: R2 und C4, die beiden neuen Helmmodelle aus dem Hause Schuberth. (Bild: Kai Spaete www.spaete.com)

Seit mehr als sechs Jahrzehnten klopfen, pressen und backen die Schuberths Motorradhelme, und vor genau 40 Jahren präsentierten sie ihren ersten Integralhelm. Was nun bringen die beiden Neuentwicklungen dieser Gattung mit, der geschlossene R2 bzw. der Klapphelm C4 – außer viel Tradition?

Motorrad, Motorsport, Arbeitsschutz, Feuerwehr, Polizei und Militär: Die helmtechnische Kompetenz von Schuberth ist wahrlich groß. Und groß ist auch, was das Unternehmen aus Magdeburg möchte: nämlich groß rauskommen bzw. stückzahlenmäßig noch größer, vor allem im Zweiradbereich. Zwei Fakten machen deutlich, dass dafür Potenzial vorhanden ist: Denn erstens gilt Schuberth als Vertreter der Hochqualitäts- und damit Hochpreis-Liga. Und zweites als Anhänger einer eher konservativen Designsprache – wie es der Marketingfachmann höflich formulieren würde.

Dass Letzteres zudem nicht nur auf einzelne Modelle, sondern auf das komplette Unternehmen zutrifft bzw. traf,– sprich konservativ zu sein – dass dieses „mal wieder“ frischen Wind verkraften könnte, erkannten die Verantwortlichen um Schuberth-Geschäftsführer Jan-Christian Becker bereits vor einiger Zeit. Die Konsequenz: Seit rund eineinhalb Jahren bringt ein Partner und Gesellschafter der bekannten Werbeagentur Jung von Matt (Referenzen: Mercedes, Sixt, Bild, Vodafone, etc.) neuen Schwung und Glanz in den Außenauftritt, aber auch neuen Spirit in die Belegschaft. Auffälligstes Merkmal dabei ist die neue Firmenfarbe sowie das Logo. Letzteres ist seitdem stark vergrößert und damit in den Mittelpunkt gerückt. Und die Firmenfarbe hat man kurzerhand von tristem dunkelblau zum frischem orange geswitched.

Hersteller im Turnaround

Doch so wie eine Schwalbe noch lange keine Sommer macht, so machen ein bisschen Farbkosmetik und „Wir haben uns lieb“-Events aus einem altehrwürdigen Helmhersteller noch lange keinen Hipster. Die Produkte, also das, was man produziert und unters Volk bringt – das ist es, worauf es ankommt. Genau deshalb setzen die Sachsen-Anhaltiner in Sachen neue Helmdesigns auf das bekannte Design- und Markenstudio Kiska (unter anderem Hausdesigner von KTM). Dass die österreichischen Formsprachenkünstler ihr Handwerk verstehen, das zeigen die beiden Neuzugänge auf der Magdeburger Helmstation R2 und C4.

Während der C4 als Nachfolger des C3 bzw. C3 Pro agiert, und damit eine logische Konsequenz ist, betreten die Magdeburger mit R2 quasi Neuland. Denn der ebenfalls noch junge SR2 Sport richtet sich, wie der Name bereits verrät, a) allen voran an Sport- bzw. Rennfahrer und ist b) entsprechend preislich positioniert. Der neue R2 hingen soll den sportlichen, aber auch den Biker ansprechen, der in Sachen Kosten nicht sämtliche Mühen scheut. Platziert ist der R2 somit strategisch zwischen SR2 und S2 Sport, wobei der SR2 eher das Prädikat „Renn“ und der S2 „Komfort“ verdient hätte. Sporthelm ist klar der neue R. Und die Kundschaft, die der Traditionshersteller im wahrsten Sinne des Wortes im Visier hat? Na klar: das aufstrebende Feld der Naked-Bike- und Caferacer-Eigner.

High-Tech und doch kein Firlefanz

Nicht groß, nicht schwer (1.300 Gramm bei Größe L), dabei sportlich und elegant zugleich: So sehen Schuberths Produktspezialisten den R2. Für besagten „frisch-modernen Look“ sorgen drei Dekore – jeweils wiederum in drei Farbkombinationen erhältlich. Zu den technischen Features gehört eine große Antibeschlagscheibe, deren oberer Rand auch bei geduckter Sitzhaltung außerhalb des Blickfelds liegt. Das Visier aus zwei Millimeter dünnem Polycarbonat soll kratzfest und zugleich verzerrfrei sein. Zudem ist es ohne Werkzeug schnell zu wechseln. Einen angenehmen Tragekomfort nebst guter Passform möchte die „Shiny-Tex“-Innenausstattung mit nahtlos gefertigtem Kopfpolster bieten. Sie kann der Helmbesitzer herausnehmen und Waschen. Darüber hinaus trocknet sie schnell, ist antibakteriell und Öko-Tex zertifiziert. Ein verzweigtes Kanalsystem mit Belüftungseinlässen im Stirn- und Kinnbereich soll für angenehme Kopftemperaturen auch bei hohen Drehzahlen sorgen.

Beide Helme bieten dank einer Helmschale aus einer Glasfaser-Matrix und einem Innenhelm aus speziellem EPS-Schaum (mit lokal unterschiedlicher Dichte) im Falle eines Falls maximale Stoßdämpfung und somit Schutzwirkung – sagt Schubert. Ein klassischer Doppel-D-Verschluss und reflektierende Unterseiten des Helmkragens sind ebenso Teil der serienmäßigen Sicherheitsausstattung. Während sich beim R2 im Notfall die Wangenpolster von außen entfernen lassen, verfügt der C4 zusätzlich über das bekannte Anti-Roll-Off-System, das das Abstreifen des Helms von hinten verhindert.

Bewährtes weiter verbessert

Stichwort C4: Bei ihm lautete die Entwicklerdevise „Evolution statt Revolution“. Während das Gewicht mit 1.470 Gramm bei Größe L gleich geblieben ist (Schuberth: „Da geht nix mehr“), stehen ein vergrößertes Sichtfeld, ein ebensolcher Öffnungsknopf und ein Innenleben analog dem des R2 auf der Haben- bzw. Neuheitenseite – ebenso eine integrierte Sonnenblende. Auch bei der deutschen Klapphelm-Ikone sorgen neue und sportliche Designs für frischen Wind bereits im Stand – neben sechs Unifarben ist der C4 in zwei Dekoren und jeweils drei unterschiedlichen Designfarben erhältlich.

Großen Wert haben die Ingenieure bei ihren jüngsten Kreationen nicht nur auf das Design und die Sicherheit gelegt. Traditionell spielt gerade das Thema Komfort bei Schuberth eine wichtige Rolle. Windgeräusche und Kopfbelastungen heißen hier die Herausforderungen, die man seit vielen Jahren mithilfe des hauseigenen Wind- und Akkustikkanals versucht in den Griff zu bekommen, sprich klein zu halten. Bis zu 190 km/h Fahrgeschwindigkeit kann dieser simulieren. Hier verbringen die Helmentwickler viel Zeit. Zeit, die manch andere Hersteller gar nicht aufbringen kann, da kein entsprechender Kanal vorhanden ist, oder will, da er die Kosten scheut. Zudem ermöglicht ein separater Klimakanal, die Helmmodelle auf Dichtheit (Wassereindrang) und Aufheizung durch Sonneneinstrahlung zu testen.

Die Kommunikatoren unter den Helmen

Erhältlich ist der R2 ab Frühjahr 2017 in den Größen XS (53) bis XXL (63) – zwei Helmschalen- und drei Innenpolstergrößen machen es möglich. Für 419 Euro (Uni) bzw. 499 Euro (Dekor) gehört der Helm dem Interessenten. 649 Euro bzw. 749 Euro muss er für den C4 auf den Tisch blättern. Den wird es zudem bis Größe XXXL (65) geben – Preise jeweils UVP.

Diese Preise bzw. die Ausstattungen der beiden Integralen umfassen noch etwas ganz Wesentliches. Nämlich: Die Helme verfügen über eine vollständige Bluetooth-Vorbereitung. Eine integrierte Antenne, zwei Lautsprecher, ein Mikrofon und die Aufnahmen für das neue, gemeinsam mit System-Partner Sena entwickelte optionale Kommunikationssystem „SC1“ sind bei den Neulingen bereits ab Werk vorhanden. Somit gehört nachträgliches Schrauben, Kleben und Fummeln der Vergangenheit an. Alles, was der Helmträger für die drahtlose Verbindung zu Handy/Smartphone bzw. Sozius noch benötigt, ist die entsprechende Empfangseinheit und ein Akku. Beides kann er dank „Plug and Play“-Prinzip in vorgefertigte Aufnahmeschächte in wenigen Sekunden reinschnippen. Die Preise lauten hier: 199 Euro für die Standard- und 299 Euro für die Advanced-Variante. Die Bedienung erfolgt bei beiden über lediglich zwei Knöpfe. Rund 30 Prozent aller Klapphelme verfügen laut Schuberth bereits heute über Blauzahn-Funkverbindungsequipment. Der C4 und der R2 sind also bestens präpariert. Wäre doch gelacht, wenn das nicht klappt mit den beiden Neuen.

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