Verbände kritisieren neue Reifen-Regelung

Verletzung des Verbraucherschutzes oder sinnvolle Neuregelung?

| Redakteur: Jan Matzke-Volk

Bisher reichte es aus, vom Reifenhersteller eine gültige Freigabe für das jeweilige Motorradmodell zu besitzen, um andere Reifengrößen zu fahren, als die in der Zulassungsbescheinigung eingetragenen.
Bisher reichte es aus, vom Reifenhersteller eine gültige Freigabe für das jeweilige Motorradmodell zu besitzen, um andere Reifengrößen zu fahren, als die in der Zulassungsbescheinigung eingetragenen. (Bild: ZBR Hohl)

Von den in den Papieren eingetragenen Reifendimensionen abweichende Größen sollen bald auch trotz Freigabe der Motorradreifen-Hersteller nur noch mit Zulassung einer Prüforganisation zulässig sein.

Der Stein des Anstoßes für die Motorradreifenbranche: Eine jüngst im Verkehrsblatt veröffentlichte Neuregelung besagt, dass künftig Reifengrößen, die entweder kleiner oder größer sind als die in der Zulassungsbescheinigung eingetragenen, auch dann nicht mehr zulässig seien, wenn vom Reifenhersteller dafür eine, fürs jeweilige Motorradmodell gültige, Freigabe vorliegt.

Bisher reichte es aus, vom Reifenhersteller eine gültige Freigabe für das jeweilige Motorradmodell zu besitzen, um andere Reifengrößen zu fahren, als die in der Zulassungsbescheinigung eingetragenen. Laut einer neuen Regelung des Bundesverkehrsministeriums sollen jedoch in Zukunft diese Neubereifungen nicht mehr zulässig sein, falls sie nicht von einer Prüforganisation wie TÜV, Dekra oder GTÜ begutachtet wurden. Nur so wäre ein Erlöschen der Betriebserlaubnis zu verhindern. Die Regelung gilt für alle Reifen ab Herstellungsdatum 2020 und ab dem Jahr 2025 für alle Reifen.

Verbände: Es ist gut so, wie es ist!

Ein offener Brief der Verbände BRV (Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk) IVM (Industrie Verband Motorrad) und WDK (Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V.) richtet sich nun direkt an das Bundesverkehrsministerium und bittet um Klärung und Stellungnahme einiger Fragen und Forderungen zur Interpretation und Umsetzung der neuen Regelung. Nach Auffassung der Verbände habe sich die bisher existierende Vorgehensweise in der Praxis bewährt. Auch seien bis dato keinerlei sicherheitsrelevante Auffälligkeiten zur Kenntnis der Verbände gelangt. Der hohe personal-und kostentechnische Aufwand, der von den Motorradreifen- und Fahrzeugherstellen für die Erstellung von Bescheinigungen bezüglich der Eignung individueller Rad-/Reifen- und Fahrzeug-Kombinationen betrieben wird, stelle aus ihrer Sicht einen aktiven und durchaus verantwortlichen Beitrag zur Verbrauchersicherheit dar. Das Bundesverkehrsministerium erkennt den bisher gängigen Unbedenklichkeitsbescheinigungen (UBB) oder Serviceinformationen die rechtliche Relevanz ab – die Verbände sehen jedoch hierdurch den aktiven Verbraucherschutz der Industrie verletzt!

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