Zweiradlobby gründete Parlamentskreis Fahrrad

Verbände suche Verbündete in den Reihen der Politik

| Redakteur: Stephan Maderner

Die Fahrradlobby hat gute Argumente gegen den Verkehrskollaps in den Städten.
Die Fahrradlobby hat gute Argumente gegen den Verkehrskollaps in den Städten. (Bild: Pressedienst Fahrrad)

Unter dem Motto „Faktor Fahrrad: Wirtschaftskraft und Lebensqualität“ organisierten drei Fahrradverbände einen Austausch mit hochrangigen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Am 10. Oktober 2018 fand unter dem Motto „Faktor Fahrrad: Wirtschaftskraft und Lebensqualität“ der gemeinsame parlamentarische Abend der Fahrradverbände ADFC, Verbund Service und Fahrrad e.V. VSF und ZIV in Berlin statt. Über 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden folgten der Einladung, um sich über die wirtschaftliche Bedeutung des Fahrrades sowie den Radverkehr im Allgemeinen auszutauschen.

Der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann betonte in seinem Grußwort, dass es erklärtes Ziel des BMVI sei, den Radverkehrsanteil im „Modal Split“, wie in der Verkehrsstatistik die Verteilung des Transportaufkommens auf verschiedene Verkehrsmittel (Modi) genannt wird, deutlich zu erhöhen und die dafür nötigen Mittel zur Verfügung zu stellen. Und dies, obgleich die Kompetenzspielräume des Bundes begrenzt seien. Auch gesetzgeberisch müsse noch etwas für den Radverkehr passieren, so Ferlemann weiter.

Cem Özdemir, Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Bundestag, sprach in seiner Eröffnungsrede von der bahnbrechenden Erfindung Fahrrad. Er wünsche sich öfter auch von der bedeutenden Wirtschaftskraft des Fahrrades und des Fahrradtourismus zu hören, anstatt immer nur von der Wirtschaftskraft des Autos. Özdemir würdigte die Fortschritte, die in der Radverkehrsförderung gemacht wurden, forderte den Bund aber auch auf, noch deutlich mehr zu tun. Die finanziellen Mittel für den Radverkehr müssten erhöht und eine Gleichberechtigung für das Fahrrad, z. B. in Hinblick auf Parkplätze oder die Dienstwagenbesteuerung, geschaffen werden. Zum Abschluss appellierte er an alle Anwesenden daran zu arbeiten, dass Deutschland nicht mehr nur Autoland ist, sondern auch Fahrradland wird.

In den darauffolgenden Panels wurden zahlreiche Themen rund um die Wirtschaftskraft des Fahrrades angerissen. Es ging um die Industrie, den Fachhandel, die Fahrrad-Start-Up-Szene sowie die neuen Möglichkeiten in der Logistik dank Lastenrädern. Weiterhin wurde über den Fahrradtourismus sowie über die gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Vorteile des Radfahrens gesprochen.

Als letzter Programmpunkt stand schließlich die Gründung des Parlamentskreises Fahrrad an. Gero Storjohann, Berichterstatter Radverkehr CDU/CSU-Bundestagsfraktion, vollzog als Vorsitzender des Parlamentskreises die offizielle Gründung gemeinsam mit seinen Kollegen der anderen Fraktionen Stefan Gelbhaar (B90/Grüne), Mathias Stein (SPD), Andreas Wagner (Die Linke) und Dr. Christian Jung (FDP). Der Parlamentskreis Fahrrad soll die Themen Fahrrad und Radverkehr noch stärker in den Bundestag tragen und steht für alle interessierten Abgeordneten sowie Mitarbeiter offen. Die Fahrradverbände zeigten sich als Mitinitiatoren sehr erfreut darüber, dass es nun diesen Parlamentskreis gibt und versprechen sich davon eine größere Berücksichtigung des Fahrrades in der politischen Debatte.

Der Zweirad-Industrie-Verband e.V. ist die nationale Interessenvertretung und Dienstleister der deutschen und internationalen Fahrradindustrie. Dazu gehören Hersteller und Importeure von Fahrrädern, Fahrradkomponenten, Zubehör und E-Bikes.

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