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Verkaufsräume bundesweit zu – Servicebetrieb läuft weiter Werkstätten dürfen aber geöffnet bleiben

| Autor: Jan Rosenow, Doris Pfaff

Auto- und Motorradhäuser nicht nur in Bayern und Nordrhein-Westfalen sondern im ganzen Bundesgebiet dürfen ihre Türen zum Showroom nicht mehr öffnen. Kfz-Werkstätten sind von der Schließungsanordnung ausgenommen. Der ZDK ist besorgt.

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Rolltore runter, Showräume zu, hieß es seit Mittwoch für Auto- und Motorradbetriebe in Bayern und NRW und seit Donnerstag im ganzen Bundesgebiet.
Rolltore runter, Showräume zu, hieß es seit Mittwoch für Auto- und Motorradbetriebe in Bayern und NRW und seit Donnerstag im ganzen Bundesgebiet.
(Bild: Rolltor / Rolltor / screenguide / CC BY-SA 2.0 / CC BY-SA 2.0)

Alle Autohäuser und Motorradbetriebe in ganz Deutschland dürfen ihre Türen zum Showroom nicht mehr öffnen. Die Kfz-Werkstätten sind dagegen von der Schließungsanordnung ausgenommen. Am Montag hatten Bundesregierung und Bayern und NR weitere bundesweite Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen – unter anderem die Schließung des Einzelhandels mit Ausnahme versorgungsrelevanter Händler. Den aktuellsten Stand der Coronasituation im deutscehn Motorradhandel finden Sie im unten stehenden Artikel.

Der Freistaat Bayern jedenfalls hatte bereits zuvor im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus drastische Maßnahmen bekannt gegeben. Die Staatsregierung hat den Katastrophenfall für ganz Bayern ausgerufen; eine der angekündigten Maßnahmen ist die Schließung von Ladengeschäften des Einzelhandels. Dies gilt seit Mittwoch, den 18. März bis voraussichtlich zum 30. März 2020.

Hiervon ausgenommen sind neben dem Lebensmittelhandel, Tankstellen und anderen Branchen, die für den täglichen Bedarf der Bevölkerung wichtig sind, auch Kfz-Werkstätten. Für typische Autohäuser, die sowohl Handel aus auch Werkstatt betreiben, stellt sich nun die Frage, ob sie schließen müssen oder weiter Kunden empfangen dürfen. Nach einer offiziell noch unbestätigten Information aus der Staatsverwaltung muss der Showroom geschlossen und der Verkauf eingestellt werden, während die Werkstatt weiterarbeiten darf. Die Öffnungszeiten dürften hier von 8 bis 22 Uhr ausgeweitet werden.

Dirk Weinzierl, Geschäftsführer des Landesverbands des Kfz-Gewerbes Bayern, sagte im Gespräch mit »kfz-betrieb«: „Der Gesundheitsschutz muss jetzt auch im Kfz-Gewerbe Priorität haben. Deshalb sind unsere rund 7.000 bayerischen Kfz-Innungsbetriebe momentan auch besonders sensibel, was das Thema Hygiene angeht. Trotzdem ist es unserer Ansicht nach eine gute Entscheidung, dass die Kfz-Werkstätten weiter geöffnet bleiben können. Damit trägt das Kfz-Gewerbe auch in dieser besonderen Situation dazu bei, die Mobilität der Bürger aufrecht zu erhalten.“

Ähnlich hatte es auch Nordrhein-Westfalen (NRW) bereits am Wochenende beschlossen. Seit Dienstag durften nur noch Geschäfte und Betriebe geöffnet haben, die der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung dienten, dazu zählen nach derzeitigem Stand auch die Kfz-Werkstätten. Der Beschluss soll vorerst bis einschließlich 19. April gelten.

Die Schließung wurde von der Branche mit großer Betroffenheit und Unsicherheit aufgenommen. „Es war ja in den letzten Wochen ohnehin um den Neuwagenhandel sehr still geworden. Da auch die Kfz-Zulassungsstellen geschlossen haben, wäre der Autoverkauf ohnehin kaum möglich“, sagte Marcus Büttner, Hauptgeschäftsführer von Kfz-Landesverband NRW. Auch er geht davon aus, dass Vollfunktionsbetriebe nur ihre Werkstattleistung und keinen Verkauf in Schauräumen mehr anbieten dürfen.

ZDK ist sehr besorgt

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) zeigt sich am Montagabend besorgt über die „von der Bundesregierung zur Bekämpfung des Corona-Virus vereinbarte Untersagung unter anderem des stationären Kraftfahrzeughandels. Dies bringe die Unternehmen in eine prekäre Lage“, so Thomas Peckruhn, Vizepräsident des ZDK. Quer durch die Autohäuser müsse ab sofort eine Demarkationslinie gezogen werden.

Die Fortführung des Werkstattbetriebs sei ja berechtigterweise weiterhin zulässig und erwünscht. Wie aber, so Peckruhn, solle man einem Kunden, der ohnehin schon im Autohaus stehe, plausibel klarmachen, dass man ihm beispielsweise ein gewünschtes Zubehör zwar einbauen, aber nicht verkaufen dürfe? Darüber hinaus würden viele Betriebe ein generelles Verbot des Handels ohne massive Liquiditätshilfen nicht überstehen. Das Kfz-Gewerbe bekenne sich „ohne Wenn und Aber zum Vorrang des Schutzes von Leib und Leben in dieser noch nie dagewesenen Krisensituation“, ergänzte Peckruhn. Man sehe aber nicht, dass die Anlegung unterschiedlicher Maßstäbe in ein und demselben Unternehmen einen Beitrag zum Gesundheitsschutz leisten könne.

Kfz-Betriebe, die durch die Anti-Corona-Maßnahmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten kommen, stehen Sofortkredite und Kurzarbeitergeld offen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Online-Portal unserer Schwesternzeitschrift »kfz-betrieb«.

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