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Versicherer fachen Sicherheitsdiskussion über Spaß-Offroader an

| Autor / Redakteur: sp-x/Stephan Maderner / Martina Eicher

Eine aktuelle Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) über das Sicherheitsrisiko von Quads sorgt für Wirbel in der Branche – jetzt müssen die Fakten „Pro Quad“ auf den Tisch.

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Fallbeispiel oder Meinungspopulismus? Versicherer bringen Quadszene in die Kritik.
Fallbeispiel oder Meinungspopulismus? Versicherer bringen Quadszene in die Kritik.
(Foto: UDV)

Quads und ATVs haben ihre Karriere als wendige Arbeitstiere in unzugänglichem Gelände oder als mietbare Spaßmobile für den Strandurlaub begonnen. Mittlerweile sind die vierrädrigen Kleinstfahrzeuge aber auch als Alltags-Flitzer für extrovertierte Großstädter populär. Rund 150.000 Fahrzeuge sind aktuell in Deutschland unterwegs, viele davon dürfen schon von 16-Jährigen gefahren werden (Führerschein Klasse AM) - mit ernsthaften Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit, wie eine Untersuchung der Unfallforschung der Versicherer (UDV) aufzeigen will.

Demnach sei das Unfallrisiko mit einem Quad doppelt so hoch wie bei einem Pkw. Die Gefahr schwerer oder tödlicher Verletzungen liege sogar um den Faktor zehn höher. Grund dafür sei einerseits die häufig fehlende Erfahrung der meist jungen und ungeübten Fahrer, andererseits das technisch bedingt kritische Fahrverhalten.

Anders als etwa Pkw verfügen Quads häufig nicht über ein Achsdifferenzial, das die unterschiedlich langen Wege der inneren und äußeren Räder bei der Kurvenfahrt ausgleiche. Im Ergebnis ließen sich die Fahrzeuge nur widerwillig lenken und tendierten zudem zu instabilem Fahrverhalten. Hinzu komme das für viele Fahrer ungewohnte Daumen- oder Drehgas. Vor allem junge Quad-Piloten verlieren laut UDV häufig die Kontrolle und kollidieren mit dem Gegenverkehr oder einem Hindernis am Straßenrand. Entsprechend sind zwei Drittel der Quad-Unfälle der Unfallart „Abkommen von der Fahrbahn“ zuzuordnen. Dabei sind Alleinunfälle besonders häufig.

Vor dem Hintergrund der Studie, für die knapp 500 Unfälle aus den Jahren 2009 bis 2012 untersucht wurden, setzt sich die UDV für strengere Zulassungsregeln ein. Wichtigster Punkt ist die Einführung einer Differenzial-Pflicht schon vor dem von der EU angestrebten Termin im Jahr 2016. Zudem fordern die Unfallforscher, Einweisungen und Übungsfahrten für Quad-Käufer zur Pflicht zu machen. Nicht zuletzt wird eine Vereinheitlichung der aktuell verwirrenden Gattungsbezeichnungen und Zulassungsreglungen gefordert.

Was sagt die Branche zu den Aussagen der Studie? »bike und business« will sich für eine sachlich-kritische Auseinandersetzung mit dem Thema einsetzen und sammelt die Argumente Pro Quad. Bitte schicken Sie Ihre Meinung an »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner (E-Mail: stephan.maderner@vogel.de).

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