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Vorsicht vor Motorradbetrügern aus Holland

Mit betrügerischen Transaktionen sind gegenwärtig wieder dubiose Geschäftemacher aus den Niederlanden am Werk, die Motorradhändler in Deutschland schädigen – mit einer dreisten Vorgehensweise.

Betrüger aus den Niederlanden führen deutsche Motorradhändler hinters Licht.
Betrüger aus den Niederlanden führen deutsche Motorradhändler hinters Licht.
(Bild: Stephan Maderner/Vogel Communications Group )

Vorsicht, Nepper, Schlepper, Händlerfänger: Im Nachbarland Niederlande sind mal wieder Betrüger am Werk, meldet uns ein niederländischer Informant aus der Motorradszene. Von Holland aus würden deutsche Motorradhändler kontaktiert und angerufen, um Motorräder dorthin zu liefern. Dabei geht es in erster Linie um Wettbewerbsfahrzeuge aus dem Motocrossbereich ohne Kfz-Brief.

Ausgangspunkt der Transaktion ist in der Regel ein Onlineinserat. Nach Aussagen der beiden betroffenen Händler aus Niedersachsen und NRW (Namen sind der Redaktion bekannt) wurden nach der Kontaktaufnahme die Verträge gemacht, in der auch die Transportkosten ausgehandelt wurden. Geliefert werden sollte nach Almelo, unweit der deutsch-niederländischen Grenze. Der Käufer, vermeintlich ein Holländer namens Paul W. (vollständiger Name der Redaktion bekannt) legte die Kopie seines Personalausweises vor und schickte sogar noch unaufgefordert die Kopie des Kontoauszuges zu, um Vertrauen zu erwecken. Der Händler bemühte sich zwar noch, bei der Hausbank und im holländischen Institut nachzufragen, ob das Geld unterwegs sei. Leider erhielt er dort aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Auskunft.

Weil die Händler mitten im Inventurstress standen, wurde trotz vorhandener Bauchschmerzen dennoch ausgeliefert. Vor Ort öffnete dann nicht der Käufer Paul W., sondern dessen Sohn, der holländisch sprach und vorgab kein Wort deutsch zu verstehen. Der Vater sei kurzfristig verhindert, das Fahrzeug müsse er entgegennehmen, machte sich der Übernehmer der Ware radebrechend verständlich.

Und so kam es wie es kommen musste: Zuhause angekommen, stellte sich heraus, dass kein Geld auf dem Konto des Händlers eingegangen war. Die eingeschaltete Polizei in Almelo checkte die Wohnungsadresse, polizeibekannter Brennpunkt arabischer Clans und Gangs. Die ernüchternde Bilanz: Die Täter waren über alle Berge, vom Diebesgut keine Spur. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass der Personalausweis von Paul W. gestohlen war und der Kontoauszug mit Photoshop bearbeitet wurde.

Schon vor zwei Jahren waren auf selbe Art und Weise einige deutsche Motocross-Händler im großen Stil aufs Kreuz gelegt worden. Damals hieß der Täter Wim S. und kam aus Enschede. Bis heute ist der Fall ungeklärt und der Verbleib der gehehlten Motorräder unbekannt.

Fazit: Also aufpassen, liebe Dealer, bei solchen Geschäften mit dem Ausland. Schärft die Sinne und gebt euer Eigentum erst aus der Hand, wenn ihr die Kohle in der Hand oder verbrieft auf eurem Konto habt.

Anmerkung der Redaktion: Die Berichterstattung wurde mit einem betroffenen deutschen Händler abgestimmt.

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