VW kooperiert mit Niu – das nächste Kapitel der Erfolgsstory

Importeur KSR Group unter Strom

| Autor: Stephan Maderner

Der Niu NGT erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h und darf demnach auf die Autobahn.
Der Niu NGT erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h und darf demnach auf die Autobahn. (Bild: Niu)

Was der Autobauer Volkswagen nach der Kooperationszusage mit Niu vorhat, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Fest steht: Der Elektroroller made in China verhilft der Elektromobilität im Rollermarkt zum Durchbruch.

In der vergangenen Woche gab der Volkswagen-Konzern die Zusammenarbeit mit Niu bekannt. Konkrete Details zur Kooperation sind zwar noch unbekannt, Optionen gäbe es einige. So könnten die beiden Unternehmen zum Beispiel VWs bestehende Mikromobilitätskonzepte weiter entwickeln. Oder Niu-Roller, die bereits vollvernetzt sind, werden Teil der Sharing-Plattform des Wolfsburger Autokonzerns. Niu-Roller sind seit 2017 schon in verschiedenen Sharing-Projekten unterschiedlicher Anbieter in mehreren Ländern und Städten im Umlauf. So setzen etwa das Wiener Unternehmen Gourban, Movoin in Madrid und Scooty in Brüssel und die Stadt Antwerpen auf Niu. Bald womöglich auch in Deutschland.

Als Importeur von Niu für Deutschland, Österreich, die Schweiz ist die KSR Group mit Sitz in Krems a. d. Donau zuständig. Aus deren Sicht haben die Niu-Elektroroller alles verändert und seien dafür verantwortlich, dass sich die E-Mobilität im Rollermarkt durchgesetzt habe: Smarte E-Roller zählen mittlerweile zu den beliebtesten Rollern.

Bereits der Start von Niu im Jahr 2015 habe überzeugt: Ehemalige Top-Manager und Designer aus etablierten Unternehmen wie der größten chinesischen Suchmaschine „Baidu“ oder Microsoft China hätten sich damals zusammengefunden, um einen Elektroroller zu bauen. Doch es sollte nicht nur ein Roller sein, bei dem der Benzinmotor durch einen E-Motor ersetzt wurde, sondern ein Fahrzeug, das von Grund auf als E-Fahrzeug konstruiert wurde.

Herausgekommen ist dabei die Niu N-Serie. Der herausnehmbare Akku ist im Boden untergebracht und sorgt daher für einen niedrigen Schwerpunkt. Die Lithium-Zellen werden von Panasonic geliefert und von einem aufwändigen Batterie-Management-System überwacht.

Elektronik und High-Tech zählen überhaupt zu den Grundzutaten des Rollers und seines Erfolgs. Zahlreiche Sensoren überwachen die verschiedensten Parameter und geben die Daten an die diversen Steuergeräte weiter, aber per GPS/GSM-Modul auch an die Niu-Cloud. Per App kann man dann auf die Cloud zugreifen und hat so den Standort und die wichtigsten Daten seines Niu immer im Blick. Die Daten aus der Cloud werden von Niu aber auch anonymisiert verwendet, um die Roller-Software laufend zu verbessern. Mittlerweile stehen Niu die Daten von knapp drei Milliarden mit Niu-Rollern zurückgelegte Kilometer zur Verfügung. Für die Herstellung des Antriebs konnte Bosch als Partner gewonnen werden.

Eingeführt wurde die Marke 2015 mit einer Crowdfunding-Kampagne, die binnen kürzester Zeit zur erfolgreichsten Crowdfunding-Kampagne Chinas und zu einer der bis dahin zehn erfolgreichsten weltweit avancierte. Seit September 2018 ist Niu an der elektronischen Börse Nasdaq gelistet.

2016 begann die in Österreich ansässige KSR Group mit dem Import von Niu und dem Vertrieb in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien, Luxemburg, Frankreich und Italien. Was kaum jemand für möglich gehalten hatte, ist binnen kürzester Zeit eingetreten: Die Niu N-Serie wurde nicht zu einem der beliebtesten Elektroroller, sondern zu einem der beliebtesten Roller überhaupt. So wurden zum Beispiel 2018 in Österreich im Segment L1e-B (max. 45 km/h, max. 4 kW oder max. 50 cm³) nur von zwei Benzinroller-Modellen mehr Stück verkauft als vom Niu N-Sport.

Seit Anfang 2019 wird mit dem NGT auch ein Leichtkraftroller im Segment L3e-A1 verkauft, der mit 70 km/h Höchstgeschwindigkeit autobahntauglich ist. Bereits im ersten Quartal 2019 war der NGT sowohl in Deutschland als auch in Österreich unter den drei beliebtesten Leichtkraftrollern.

Aber nicht nur bei der Technik, auch beim Design geht Niu neue Wege. Mit den runden „Halo“-Tagfahrlichtern – bei Niu wird ausschließlich LED-Technik verwendet – sind die Niu-Roller einzigartig und unverwechselbar. Kein Wunder, dass Niu bereits zahlreiche international renommierte Designpreise bekommen hat, darunter zweimal den iF Design Award und zweimal den Red Dot Design Award – jeweils einmal für die M-Serie und einmal für die U-Serie.

Trotz aller High-Tech-Affinität stehen bei Verkauf und Service Kundennähe im Vordergrund. Alleine in Deutschland, Österreich und der Schweiz stehen über 400 Fachhändler mit angeschlossener Werkstatt zur Verfügung.

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