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Was Captain America und Peter Altmaier für die Branche bedeuten

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 36/I), Folge 716: Nach zwei Wochen meiner traditionellen Sommerauszeit von Mitte August bis Anfang September wieder zurück in der Spur. Ist naturgemäß jede Menge passiert während meiner operativen Pause. Wie so häufig...

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
(Bild: Vogel Communications Group)

...habe ich es natürlich wieder nicht geschafft, im Urlaub meine Motorrad-Antennen gänzlich einzufahren. Und so ist mir nicht entgangen, dass „Easy-Rider“-Legende Peter Fonda nicht mehr unter uns ist. Der Schauspieler starb im Jahr des 50. Jubiläums des Kultfilmes, in dem er neben Dennis Hopper die Hauptrolle spielte, aber vor allem auch das Drehbuch schrieb – und dafür verdient den Oscar bekam. Er starb im Alter von 79 Jahren an Lungenkrebs. Als Captain America heizte er damals das Choppergeschäft von Harley-Davidson an und sorgte für ein Ende der Talfahrt des US-Herstellers. Heute soll die lautlose Elektro-LiveWire, die in diesen Sommertagen weltweit vor Journalisten in den Staaten präsentiert wurde, für frischen Wind sorgen. Ausgang des Experiments offen.

Was ist noch passiert? Die Verantwortlichen des berühmt-berüchtigten Pikes-Peak-Rennens haben Motorräder für das 2020er-Event ausgeschlossen. Hintergrund ist der tragische Tod des Ducati-Piloten Carlin Dunn auf der Ziellinie des diesjährigen Rennens. Sinn oder Unsinn? Die Antwort überlasse ich Ihnen. Auf der Isle-of-man sind die Veranstalter der Tourist Trophy da ganz anderer Meinung als in Übersee. Unfälle mit Todesfolge lassen sich bei solchen Events im Grenzbereich nicht verhindern und jeder Teilnehmer weiß über die Risiken seines gefährlichen Tuns Bescheid.

Ungewiss ist derweil auch die Zukunft des Kiefer-Racing-Teams in der Moto2-WM 2020. Beim Rennen in Brünn gab Dorna Sports bekannt, dass das traditionsreiche deutsche Motorsportteam für die Saison 2020 keinen Startplatz bekommen soll. Hintergrund ist die geplante Reduzierung der Zahl der Rennteams von 31 auf 28. Das ist eine Gridverkleinerung auf Kosten von Nachwuchskräften. Denn unsere deutsche Racer-Hoffnung Lukas Tulovic würde durch diese Entscheidung der Rennserienmacher heftigst eingebremst, wenn nicht gar seiner Karrierechancen beraubt. Bleibt die Dorna bei ihrem Nein, wird Die Dominanz der italienischen und spanischen Rennteams weiter wachsen. Im Netz formieren sich die Unterstützer und man kann bei einer Online-Petion für den Erhalt des Startplatzes des Kiefer-Racing-Teams abstimmen. Bis gestern Nachmittag hatten dort 3.841 Unterstützer ihre digitale Unterschrift hinterlassen.

Derweil geht die Globalisierung der Motorradindustrie munter weiter. Wie in englischsprachigen Zeitschriften und Onlinediensten sowie ind er aktuellsten „Motorrad“ nachzulesen war, stehen Triumph und Bajaj offenbar kurz vor einer Zusammenarbeit. Es geht um die gemeinsame Entwicklung preisgünstiger Motorräder zwischen 400 und 800 Kubik. Pikant bei dieser Meldung ist die Tatsache, dass die Inder seit 2007 eng mit KTM verbunden sind und sogar 48 Prozent am Konzern in Mattighofen halten. Info am Rande dieser News: es gibt öffentlichen Krach um das neue KTM-Museum in Mattighofen, der KTM-Motohall. Diskutiert wird in der österreichischen Presse über staatliche Zuwendungen, insbesondere um eine Zahlung von 1,8 Millionen Euro aus dem knappen Kulturbudget. Der dortige Landesrechnungshof prüft derzeit die Angelegenheit.

Sein Herz für den Mittelstand entdeckt hat (wieder einmal) Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Vor gut einer Woche hat er seine neue Mittelstandsstrategie vorgestellt. Im Kern geht es, Sie ahnen es, um weniger Bürokratie. Wichtige Punkte sind: Lockerung der rigiden Vorgaben beim Datenschutz, Komplettabschaffung des Solidaritätszuschlags, Besteuerung des Gewinns mit 25 Prozent statt mit 30 Prozent, niedrige Beiträge zur Arbeitslosenversicherung. Schaun mer mal, welche Entlastungen für die mittelständischen Betriebe am Ende dabei herausspringen werden. Es ist nicht zu erwarten, dass Altmaier die unternehmerischen Fesseln komplett lösen wird. Davon gibt es leider nach wie vor viel zu viele. Was würden Sie sich vom Bundeswirtschaftsminister wünschen als Unternehmer und Motorradhändler? Wie immer gehe ich gerne mit Ihnen in die Diskussion.

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