Welcher Helm passt zu welchem Motorradtyp?

Kleines Helm-ABC

| Autor / Redakteur: Thomas Gabriel / Stephan Maderner

Welcher Helm passt zu welchem Typ?
Welcher Helm passt zu welchem Typ? (Bild: Hersteller/Helmexpress.com)

Es gibt zahlreiche Varianten von Motorradhelmen. Welche es gibt und worauf Kunden beim Kauf und Händler bei der Beratung achten sollten, darüber klärt dieser Beitrag auf.

So faszinierend und spannend der Motorradsport ist, so risikoreich ist er auch. Aus diesem Grund stellt der Motorradhelm dem wichtigsten Bestandteil der Schutzkleidung für Motorradfahrer dar. In Deutschland herrscht daher aus gutem Grund Helmpflicht. Wer auf der Suche nach einem geeigneten Motorradhelm ist, sollte sich jedoch nicht für irgendein beliebiges Modell entscheiden, sondern sich Zeit für die Auswahl nehmen. Daher ist es unumgänglich, sich zunächst mit den verschiedenen Helmtypen vertraut zu machen, die wir vorstellen.

Klapphelme

Klapphelme gelten als eine der praktischsten und unkompliziertesten Helmtypen für Motorradfahrer. Wer frische Luft liebt oder eine Brille trägt, wird sich mit diesem Helm wohlfühlen. Mit nur einer Handbewegung lässt sich das Kinnteil des Helms nach oben klappen und man kann freie Sicht genießen. Allerdings darf nicht jeder Helm offen genutzt werden. Moderne Klapphelme sind häufig mit Bluetooth oder Radioempfang ausgestattet, was sehr praktisch ist, aber auch das Gewicht in die Höhe treiben kann. Im Durchschnitt wiegt ein Klapphelm zwischen 1,5 und 3 kg, weswegen sich ein Vergleich in jedem Fall lohnt.

Enduro- und Crosshelme

Halboffene Motorradhelme werden immer beliebter, was vor allem an ihrem hohen Tragekomfort liegt. Das Kinnteil ist eher spitz und wirkt dadurch nicht nur sportlich, sondern bietet auch eine hervorragende Belüftung. Dies kommt Bikern gerade in den Sommermonaten sehr zugute. Crosshelme verfügen über ein weites Sichtfeld, so dass sich der Helm problemlos mit einer Crossbrille tragen lässt. Darüber hinaus ist der Helm mit einem Schirm ausgestattet, der das Gesicht des Bikers vor Kies, Blattwerk und vor der Sonne schützt. Ein Nachteil ist jedoch, dass der Schirm bei hohem Tempo zu einem Windfänger wird und das Atmen durch den intensiven Zug etwas schwerfallen kann. Endurohelme eignen sich vor allem für längere Fahrten mit dem Enduro-Motorrad und sind mit einem abnehmbaren Schild ausgestattet. Diese Helme bieten eine sehr gute Aerodynamik und sind heutzutage oft sehr funktionell ausgestattet.

Jethelme

Jethelme sind die kompakteste und sportlichste Variante der Motorradhelme. Diese Halbschalenhelme sind vor allem bei Oldtimer-Fahrern beliebt und an warmen Tagen komfortabel, da sie leicht und relativ klein sind. Allerdings bringt die kompakte Bauform nicht nur Vorteile mit sich: Im Gegensatz zu anderen Helmtypen gelangen leichter Insekten, Kälte und Regen in den Helm. Auch die Sicherheit hält sich in Grenzen – mit dem umfassenden Schutz eines Integralhelms kann ein Jethelm nicht mithalten. Daher eignen sie sich keinesfalls für lange bzw. schnelle Touren. Je nach Modell und Geldbeutel gibt es jedoch Varianten mit integriertem Visier, Brille und auch teilweise mit dazugehöriger Maske oder Schirm. Sie haben jedoch alle kein festes Kinnteil.

Integralhelme

Der Integralhelm gilt als Multitalent unter den Motorradhelmen, eignet sich jedoch vor allem für Fahrer schneller Maschinen, die regelmäßig mit hohem Tempo unterwegs sind. Sie sind kompakt, bieten maximalen Schutz und weisen eine aerodynamische Form auf. Darüber hinaus lässt sich das Visier meist problemlos austauschen. Viele Modelle eignen sich hervorragend für längere Touren und dämpfen den Fahrlärm drastisch. Darüber hinaus sind diese Helme häufig so konzipiert, dass Visier und Belüftung sogar mit Handschuhen bedient werden können. Es lohnt sich, direkt in einen hochwertigen Integralhelm mit umfassender Ausstattung zu investieren. Solche Modelle besitzen unter anderem praktische Aussparungen für Brillenbügel, eingebaute Sonnenblenden, flexibel einstellbare Wangenpolster für mehr Komfort sowie auch Bluetooth-Lautsprecher. Auch hier gilt jedoch: Je mehr Ausstattung vorhanden ist, desto höher das Gewicht des Helms. Es ist daher ratsam, sich an Modellen zu orientieren, die maximal 1,5 kg auf die Waage bringen.

Aus welchem Material sollte ein guter Motorradhelm bestehen?

Wie lange ein Motorradhelm genutzt werden kann, hängt vor allem vom verwendeten Material ab. Zwar lohnt es sich, einen hochwertigen Helm sorgfältig zu pflegen, doch auch bei Qualitätsmodellen ist meist spätestens nach fünf bis sieben Jahren Schluss. Helme mit Thermoplast-Außenschalen aus Polyamid oder Polycarbonat gelten dabei als nicht so robust wie Modelle aus Verbundwerkstoffen wie Glas- oder Kohlefaser.

Nicht nur das Obermaterial, sondern auch der EPS-Kern nutzt sich mit der Zeit ab. Dadurch verschlechtert sich wiederum die Dämpfung und somit auch die Sicherheit drastisch. Das Tückische daran: Von außen sind Verschleißerscheinungen häufig nur schwer erkennbar. Daher sollte ein Austausch nach fünf bis sieben Jahren stets unabhängig vom äußeren Zustand des Helms erfolgen.

Tipps für den Kauf eines Motorradhelms

Weil jeder Motorradhelm unterschiedlich ausfällt, ist es kaum möglich, sich auf eine bestimmte Größe festzulegen. Jeder Mensch hat eine andere Kopfform und benötigt daher einen Helm, der möglichst gut zur eigenen passt. Es ist daher unerlässlich, einen Motorradhelm vor dem Kauf anzuprobieren. Daher sollte ein Helm möglichst nicht im Internet, sondern im Fachgeschäft anprobiert werden. So kann man auch gleich die Verarbeitung und die Materialqualität prüfen. Das Design ist vielen Bikern zwar auch wichtig, sollte aber nie das wichtigste Kriterium sein - an erster Stelle steht immer die Sicherheit!

Meist bekommt man bei der Anprobe schon nach drei bis vier Modellen ein gutes Gefühl für Komfort und weiß, womit man sich wohlfühlt. Um zu gewährleisten, dass der Helm nicht zu eng sitzt, sollte noch ein Finger zwischen Kopf und Helm gesteckt werden können. Mehr Luft darf es jedoch nicht sein, sonst sitzt er zu locker. Am besten dreht man den Kopf in alle Richtungen, um zu prüfen, ob der Motorradhelm rutscht oder anderweitig nicht korrekt sitzt.

Es kann durchaus vorkommen, dass ein neuer Helm zu Beginn etwas drückt, doch dies legt sich nach einer Weile. Meist liegt dies daran, dass die Wangenpolster sich erst noch an die Kopfform anpassen müssen und erst nach einigen Wochen weicher werden. Ein guter Tipp ist daher, den Helm bei der Anprobe für 15 Minuten zu tragen, um zu prüfen, ob man sich damit wirklich wohlfühlt. Wirklich schmerzen darf es auf keinen Fall, denn dies beeinträchtigt die Konzentration und verringert natürlich auch den Fahrspaß.

Unser Autor Thomas Gabriel studierte Kommunikationswissenschaft und ist verantwortlich für Presse und Redaktion des Helmanbieters Helmexpress. Als leidenschaftlicher Motorrad- und Quadfahrer konnte er sein Hobby mit ins Berufsleben nehmen.

Anmerkung der Redaktion: Eine wichtige Rolle beim Kauf eines Helms spielt die Beratung und Anprobe im Motorradfachgeschäft. Den Verbrauchern sollte dieser Service was wert sein und sie sollten das Produkt dann am Ende des Kaufprozesses auch dort erstehen. Allzu oft wird nämlich der ausgiebig im Fachhandel anprobierte Helm dann später im Online-Shop bestellt, zu günstigeren Konditionen. Der Ladeninhaber nimmt sich Zeit, Mühe und investiert in Beratungskräfte und ein gut sortiertes Helmsortiment – und am Ende macht das Internet das Geschäft. Deutschlands bedingungslose Schnäppchenjäger sollten ihr Tun überdenken, sonst gibt es bald nur noch virtuelle Helmanproben.

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