Welcher Motorrad-Dom ist höher – der in Köln oder der in Mailand?

Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

| Autor: Stephan Maderner

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin. (Bild: Vogel Business Media)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 42/2016/I), Folge 454: Hin- und hergerissen von ihrem Besuch auf der diesjährigen Intermot in Köln sind einige unsere Leser. Die Urteile reichen von „Super“ bis „so manches hat gefehlt“. Köln oder Mailand – der Machtkampf...

....um die Vorherrschaft, welcher der beiden internationalen Motorradmessen die Nase vorn hat, geht in die nächste Runde. Unser Schlussbericht Intermot 2016 bricht Rekorde stieß bei einigen Lesern unseres Newsletters auf Kritik. User „Geronimo“ meinte: „Ziemlicher PR-Artikel mit viel Eigenlob. Soll nicht heißen, dass die Messe schlecht war, aber nicht so gut, wie sie dargestellt wird. So manches hat doch gefehlt, und die Weltmesse ist halt die Eicma mit viel mehr Ausstellern und viel mehr Besuchern.“

Dem pflichtet auch Jürgen Stoehr bei: „Geronimo hat nicht unrecht! Im Schlussbericht der Koelnmesse zur Intermot 2016 spricht man von mehr Premieren, mehr Ausstellern, mehr Besucher, mehr Leidenschaft. Alle bisherigen Rekorde wurden übertroffen. Neue Maßstäbe wurden gesetzt, voller Erfolg, Mega-Event, die Leidenschaft rund um die Faszination Bike war zu spüren und, und, und…Für lobende Statements mit gleichlautenden Superlativen aus dem Munde der Hersteller und den sogenannten Branchenprofis gibt es offensichtlich keine Grenzen. Wie üblich und über Jahre gewohnt, viel Wirbel um den bedeutsamen Stellenwert der Motorradwelt in Köln.

Über 220.000 Besucher aus 95 Ländern strömten in die Messehallen. Der Fachbesucheranteil am Gesamtbesuch lag bei 26 Prozent, hierzu zählen somit mindestens 57.200 Personen des deutschen und westlichen Handels. Bei Berücksichtigung dieser Angaben verbleiben womöglich 162.800 interessierte Motorrad-Kunden (aus 95 Ländern!).

Eine Frage bleibt wie immer offen: Wie hoch ist hiervon der tatsächliche Anteil des zahlenden Privat-Publikums (Endverbraucher) aus Deutschland, die dem inländischen Handel zur Verfügung stehen und eventuell Umsatzerlöse generieren könnten? Zweifellos muss man die hervorragend getätigten Bemühungen der Hersteller und Aussteller anlässlich der Messe bewundern. Ob sich jedoch diese extrem kostenintensiven Investitionen für teure Standmiete, Präsentation, aufwändige Events, Inszenierungen, Aktionen und vor allem dem erforderlichen Personaleinsatz im Ergebnis lohnen? Hierzu wird es verständlicherweise keine Antwort geben.

UMFRAGE
Die aktuelle Geschäftsbeziehung zu meinem Hersteller ist zerrüttet, ich habe Angst um meine Existenz – welche der folgenden Aussagen treffen auf mich zu?

Ich wünsche mir eine offene Diskussion über eine gedeihliche Zukunft des Hersteller-Händler-Kosmos über alle Markengrenzen hinweg.

20 %

Nur mit einer Rückbesinnung auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit, die es mir als Händler ermöglicht, wieder Geld zu verdienen, gibt es eine Zukunft für die Zweiradbranche.

34 %

Die Hoffnung stirbt zuletzt, doch wenn die Hersteller so weitermachen wie bisher, treibt es viele von uns Händlern in die Insolvenz.

33 %

Das Handtuch ist zerschnitten, ich sehe mich gezwungen, meinen Händlervertrag zu kündigen.

13 %

Spamschutz:

Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein:

Aber Hauptsache wird sein, man ist dabei. Die Kosten der super wichtigen Werbeveranstaltungen müssen letztendlich auf die Produktpreise anteilig umgelegt werden und machen das Motorradfahren künftig unbezahlbar.

Sicher erleben wir die Fortsetzung als Wiederholung mit vergleichbarem Einsatz in nur wenigen Wochen auf der Eicma. Auch dann wird uns wieder von der Wichtigkeit dieser Weltmesse mit ähnlichen Worten berichtet.“

Soweit die kritischen Stimmen zu Köln. Unseren User „Nick“ ficht dies alles nicht an. Seine Bilanz zur Intermot Köln 2016 fällt durchweg positiv aus: „Für Motorradfreunde ein wirklicher Genuss! Einfacher und unkomplizierter kann man so ein Riesenangebot an Maschinen nicht präsentieren. Super – es war eine schöne Woche“.

Was meinen Sie? Welcher Motorrad-Dom ist höher – der in Köln oder der in Mailand? Ich freue mich auf Ihre Zuschriften (Mail an stephan.maderner@vogel.de).

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