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Wer hat Angst vorm Daten-GAU?

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 4/II), Folge 748: Diese Woche wurden wir Zeuge des wohl bisher größten Datenlecks in der deutschen Geschichte – beim Autovermieter Buchbinder lagen laut c't Magazin und Die Zeit zehn Terabyte an sensiblen Daten von drei Millionen Kunden offen und ungeschützt im Netz. Firmenkorrespondenz samt eingescannter Rechnungen, Verträge, Mails und Schadensbilder von Autos, Namen der Mieter...

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Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
(Bild: Vogel Communications Group )

...und der Fahrer, Adressen, Geburtsdaten, Führerscheinnummern und -ausstellungsdaten. Des weiteren Mobilfunknummern und E-Mail-Adressen u.a. von Prominenten und Politikern wie dem Grünenchef Robert Habeck, Zahlungsinformationen und Bankverbindungen auf PDF-Scans von Rechnungen. Dieser Daten-GAU bei der Europcar-Tochter wirft ein Schlaglicht auf die Datensicherheit nicht nur in deutschen Unternehmen. Was hat das alles mit der Datenschutzrealität in unseren Zweiradbetrieben zu tun? Nun, jede Menge. Denn wer nicht DSGVO-konform agiert, dem drohen künftig hohe Bußgelder, weil verstärkt der Staat als Abmahner auf den Plan treten will und nicht nur dubiose Abzockeranwälte.

Verglichen mit 2018, als die DSGVO auch die »bike und business«-Berichterstattung beherrschte, war es zuletzt vergleichsweise ruhig um das Thema Datenschutz geworden. Selbst die befürchtete Abmahnwelle blieb aus. Angesichts der geringen Zahl von Bußgeldern sowie der kaum wahrnehmbaren Aktivitäten der deutschen Datenschutzbehörden, konnte leicht der Eindruck entstehen, als sei das Thema Datenschutz - nach einem kurzen Hype - wieder aus dem Fokus geraten. Zudem belegen aktuelle Statistiken, dass die Umsetzung der DSGVO auf Unternehmensseite tatsächlich vielfach noch verbesserungsfähig ist.

Bei den Behörden hingegen sind zunehmende Aktivitäten festzustellen. So überprüfen z.B. etliche Landesdatenschutzbehörden Websites daraufhin, ob die Cookie-Hinweise DSGVO-konform umgesetzt worden sind.

Gravierender ist jedoch, dass viele Unternehmen ihre Server und Netzwerke bis dato nur unzureichend gegen unberechtigte Zugriffe Dritter abgesichert haben. Die Folge ist, dass Kunden- und Unternehmensdaten gleichermaßen „frei erhältlich“ sind und horrende Bußgelder drohen. Beachten Sie hierzu auch meinen Artikel im aktuellen Newsletter.

Fühlen Sie sich in Sachen Datenschutz auf der sicheren Seite? Wer half Ihnen dabei, Ihre IT auf den neuesten, DSGVO-konformen Stand zu bringen? Gibt es aus Ihrer Sicht noch Nachholbedarf und planen Sie konkrete Maßnahmen in der Zukunft? Mich würde Ihre Meinung zum Thema generell interessieren. Schreiben Sie mir.

PS. Hinweisen möchte ich zum Schluss dieses Speedlogs auf meine brandaktuell auf unserer Homepage eingestellte Onlineumfrage . Hier können Sie über die aktuellen Verwerfungen im Hersteller-Händler-Kosmos abstimmen. Bitte nehmen Sie sich die Zeit und machen Sie mit! Vielleicht können wir ja in den Köpfen der Hersteller ein Umdenken anstoßen. Bisher fürchten 32 Prozent der Voter, dass die Hersteller viele Händler in die Insolvenz treiben, wenn sie so weitermachen wie bisher. Nur ein (vorläufiges) Abstimmungsergebnis unter vielen.

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