Werkstatt-Weltanschauungen

Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

| Autor: Stephan Maderner

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin. (Bild: Vogel Communications Group)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 50/II), Folge 653: Mein Speedlog vom 7. Dezember mit der Kritik einer Freien Werkstatt am Geschäftsgebahren der großen Hersteller...

...sorgte in der Branche für mächtig Gesprächsstoff. Kein Wunder, es wurde ja heftig vom Leder gezogen über diplomierte Marketingexperten, Glaspaläste und die Arroganz des Personals in Flagshipstores, die auf Teufel komm raus Fahrzeuge an die Kunden verkaufen müssten und sich nicht groß um deren Bedürfnisse scherten.

BMWs Werk und Zweiradmeisters Beitrag

BMWs Werk und Zweiradmeisters Beitrag

07.12.18 - Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 49/II), Folge 651: Wagen wir im heutigen Speedlog mal einen eher unüblichen Medienbruch. Lenken wir die Aufmerksamkeit auf einen Artikel in der »bike und business«-Printausgabe 11-12/2018. Dort erzähle ich die Geschichte vom "Kümmerer mit dem großen Herz für Weiß-Blau". Als aufmerksamer Leser von »bike und business«, des führenden Fachmagazins... lesen

Die Gegenreaktion der derart Gescholtenen ließ nicht lange auf sich warten. So schrieb mir zum Beispiel Axel Roewer von Motorrad Roewer in Berlin, Vertragshändler der Marken BMW, Kawasaki und demnächst Ducati: „Lieber Stephan, da fehlen mir die Worte. Das ist nicht zwanzigstes sondern neunzehntes Jahrhundert! Schade um die Zeit, sich mit dem ewig Gestrigen zu beschäftigen. Wir hatten gestern Nikolaustag. Der Zuspruch unserer Kunden spricht eine deutlich andere Sprache! Aber solange der Bedarf da ist, hat auch die hier zitierte „Weltanschauung“ seine Berechtigung. Deswegen sollte man aber diejenigen die einen anderen Plan haben und auf die heutigen Bedürfnisse der Mehrheit der Kunden eingehen, nicht verteufeln! Mit freundlichen Grüßen, Roewer Motorradcentrum Berlin, Axel Roewer.“

Gute Argumente, lieber Axel Roewer! Klasse finde ich auch, dass du deine Meinung hier in vollem Namen veröffentlichen lässt. Das führt dazu, dass man fair miteinander umgeht, auch wenn man konträre Positionen vertritt. Kein Shitstorm, keine ehrverletzenden Worte – einfach nur der sachlich-nüchterne Austausch von Argumenten. Jeder kann sich sein eigenes Bild machen.

Aalglatte Verkäufe?

Anbei also nun die Gegenmeinung eines Werkstattbesitzers. „Wegen der Art und Weise wie heute im Internet diskutiert wird“, möchte er nicht, dass sein „Name irgendwo auftaucht“: „Ich kann die Aussagen des Werkstattbetreibers in allen Punkten bestätigen. Ich habe selbst seit fast 22 Jahren eine kleine markenfreie Werkstatt und höre immer wieder von Kunden die beschriebenen Aussagen: Die Leute haben keine Lust mehr auf aalglatte Verkäufe , die ihr vor vier Jahren gekauftes Premiumfahrzeug madig machen, nur um was neues zu verkaufen. Die meisten Motorradfahrer sind bodenständig, pfeifen auf den „kostenlosen“ Kaffee und möchten keine Glaspaläste mehr finanzieren. Was im Automobilbereich normal ist, funktioniert im Bereich Motorrad nur begrenzt, leider begreift das kein Hersteller. Die Kunden wollen auch mal sehen wie gearbeitet wird und sich von der Person die an ihrem Motorrad arbeitet ein Bild machen , es geht ja schließlich um ihr Herzblut , nicht um irgendein Transportmittel.“ O-Ton Ende.

Diskussionskultur im Netz

Wie halten Sie es denn mit der Diskussionskultur im Internet? Kann man überhaupt von Kultur sprechen – oder sind hier verbale Vandalen unterwegs? Haben Sie schon einmal Erfahrungen mit Trollen gemacht? Waren Sie Teil eines Shitstorms gegen Sie oder Ihr Unternehmen? Worum ging's, wie haben Sie sich verhalten? Mich würden Ihre Erfahrungen interessieren und mit welchen Strategien Sie im Netz unterwegs sind. Sie wissen wie's geht – Mail an Speedlogger Stephan. Am besten gleich mit der Klarnamen-Einwilligung. In begründeten Fällen habe ich natürlich überhaupt nichts dagegen, Ihr Anliegen anonymisiert vorzutragen und Sie als Informant zu schützen – meine oberste Journalistenpflicht!

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