Suchen

Wetterhexe Hedi und Händlers Frust auf Messen Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (Kalenderwoche 13/2016/I). Ein aktuelles Stimmungsbarometer aus Handel und Industrie rund um Motorrad, Roller und Quad/ATV – ein Radar, das Branchentrends von morgen auf dem Schirm hat.

Firmen zum Thema

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
(Foto: Ducati/Collage: Elisabeth Haselmann)

Würzburg, den 29. März 2016 – Na, alle Ostereier gefunden dieses Jahr, gleich ob draußen im Graugrünen oder daheim in der beheizten Wohnstube? Wer dachte, über die Osterfeiertage sein Motorrad aus dem Winterschlaf zu erwecken und bei Sonnenschein und zweistelligen Temperaturen mit ihm ein paar erste, Synapsen-anregende Runden drehen zu können, wurde mal wieder von Petrus im Stich gelassen - weitestgehend. Es war und ist zum Haareraufen mit dem Saisonstart 2016. Kaum hatten sich die beiden Tiefdruckgebiete Gaby I und II verzogen - 2016 sind alle Schlechtwettergebiete weiblich und Hochdrucklagen nach den Herren der Schöpfung benannt - und dem kleinen Zwischenhoch Joachim Platz gemacht, rauschte schon das nächste Wetterungemach namens Hedi heran, mit nasskalter Witterung, Sturm und vielen Wolken. Vielerorts war es tatsächlich sehr durchwachsen zum Motorradfahren. Ende März trainiert das Wetter halt für seine bevorstehenden April-Kapriolen.

Bildergalerie

Der recht ordentlichen Stimmung im Handel tat dies jedoch keinen Abbruch. Wenngleich sich mancher mehr Traffic im Laden wünscht. Immerhin bringt die erfolgte Uhrenumstellung am Wochenende jetzt mehr Licht und ergo zusätzlichen Arbeitszeitpuffer, um den alljährlichen Saison-Werkstattandrang besser bewältigen zu können. Wer dann noch Energie im Speicher hat, kann uns immer gerne den einen oder anderen Leserbrief schreiben. Wie dies zum Beispiel Jens Vater von Motorrad Vater zum Thema „Lust und Last der Messen“ getan tat.

„Ja, ich kann dem Kollegen aus der Kleiderecke voll nachfühlen. Wir sind ja nur ein sehr kleiner Laden. Mein Dad und ich. In den 90er-Jahren waren wir mehrmals auf Messen, in Horb und Sindelfingen. Zum Teil haben wir die Messestände mit unseren Suzuki-Kollegen geteilt, manchmal sogar mit den Mitbewerbern, um die Kosten gering zu halten. Die Standpreise waren bereits damals so enorm hoch, dass wir als Kleinsthändler eigentlich nur Geld verbrannt haben. Verkäufe waren selten. Was nach einer Messe oft blieb, waren Kratzer in Tank und Kunststoffteilen. Schlüsselbund und Gürtelschlaufen lassen grüßen. Ein Haufen Arbeit, Stress und Geldeinsatz, der nicht honoriert wurde.

Das Lied vom geizigen Kunden

Ich kann auch ein Lied singen von Kunden, die nur umherreisen, um den billigsten Preis zu erfahren, dann rennen sie zu ihrem ortsansässigen Händler, um diesen dann im Preis zu drücken. Schönes Beispiel meinerseits: Wir hatten ein Motorrad, das aufgrund seiner silbernen Lackierung niemand wollte. So haben wir es stark reduziert, unter EK und schon anderthalb Jahre rumstehen. Ein Interessent, für den ich mir über eine Stunde Zeit genommen habe, meinte dann zum Schluss: Ja, gefallen tut mir die, aber die Farbe passt nicht zu meiner Kombi. Ich bot ihm dann an, dass er sich bis zu 1.000 (damals) D-Mark noch eine neue Lederkombi aussuchen dürfe. Der Kunde ging, mit dem Vorwand, sich mein Angebot durch den Kopf gehen zu lassen und ward nie mehr gesehen! Oder ein anderes Beispiel: Wir kaufen drei GSX-R bei euch. Was ist der letzte Preis?! Drei? Sie sind alleine da?! Offerte gemacht. Was soll man sagen? Natürlich kauften sie nicht mal eine einzige.

Für große Händler, die mehrere Marken verantworten oder Hersteller sehe ich ein, dass man auf Messen vertreten sein muss, um Neuheiten vorab zu zeigen und den Kunden den Mund wässerig zu machen. Vom finanziellen Standpunkt ist dies für kleine Betriebe und Mittelständler ein Kraftakt, der sich kaum lohnt und in den liquiditätsschwachen Wintermonaten das Genick brechen kann.“ O-Ton Jens Vater Ende. Die Diskussion über Sinn und Zweck eines Messe-Engagements für Zweiradhändler geht weiter. Vielleicht findet sich nun auch mal ein Vertreter mit einem flammenden Pro-Messe-Appell.

Erste Welle der Award-Bewerber

Noch drei Tage, und die erste Welle der Bewerbungen für den Award „Motorradhändler des Jahres“ 2016 ist vorüber. Nutzen Sie das aktuelle Mistwetter so gut es geht und bewerben sich noch schnell; geht auch per Online-Qualifier und unserem Quick-Check. Nicht vergessen: Am Ende füllen Sie bitte auch noch den Kasten mit den Kontaktdaten aus. Es kommt tatsächlich immer wieder vor, dass Kandidaten, die am Check mitgemacht haben, es versäumen, uns zu sagen, wer sie sind. Das ist doch echt blöd! Gerne können Sie auch gleich die Bewerbungsmappe anfordern, dann kennen wir Ihren Namen von Anfang an. Infos dazu gibt es auch auf der frisch upgedateten Homepage.

Traum vom Bike-Sommer

Der Traum vom Bike-Sommer wachhalten wollen wir mit diesem Hinweis in eigener Sache: Bis zu unserer 11. »bike und business«-Motorradtour sind es gerade mal noch 114 Tage. Tourziel: Saarland und das schöne Luxemburg. Wie immer gibt es auf unserer Ausfahrt Business-Input und Support unserer Sponsoren Santander Consumer Bank, KÜS, CarGarantie Bike und Magura. Zu den Tourförderern zählen Stadler und Rukka (Bekleidung) sowie BMW Motorrad, Royal Enfield, BRP Germany/Can-Am Spyder und Parts Europe. Basiscamp für die Motorradtour 2016 ist das Hochwälder Wohlfühlhotel am See in Losheim mit atemberaubendem Ausblick und Wellnessoase. Reservieren Sie sich jetzt Ihren persönlichen Platz im siebten Businessbiker-Himmel.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 43958765)

Über den Autor