Wettkampf der Meister von morgen

Spannender Sechskampf der besten Schrauber

| Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Erster Karrierehöhepunkt: Bundessieger Motorrad Michael Kellner (rechts) beim Handshake mit Hennings Putzke (BMW).
Erster Karrierehöhepunkt: Bundessieger Motorrad Michael Kellner (rechts) beim Handshake mit Hennings Putzke (BMW). (Foto: Rosenow)

Elf junge Zweiradmechanikerinnen und -mechaniker trafen sich am 14. November in Freiburg, um im Praktischen Leistungswettbewerb die besten Schrauber Deutschlands zu ermitteln.

Samstag, den 14. November in Freiburg: In der Gewerbeakademie am Stadtrand der Schwarzwaldmetropole versammelten sich die besten Nachwuchskräfte des deutschen Zweiradgewerbes. Zehn Männer und eine junge Frau sollten im Praktischen Leistungswettbewerb die Bundessieger in den Kategorien Motorrad und Fahrrad unter sich ausmachen.

»bike und business« war beim Wettkampf der Motorradgruppe hautnah dabei. Fünf junge Zweiradmechaniker, die bereits Landessieger waren (leider hatte es nicht in jedem der Landesverbände einen Vorausscheid gegeben), traten um die Krone der Nachwuchshandwerker an – und um einen attraktiven Preis von BMW Motorrad, den Vertriebsleiter Henning Putzke persönlich überbrachte. Aber dazu später mehr.

Im Rennen waren Lokalmatador Josua Konrad aus Lahr (beschäftigt beim Zweiradhändler Wüthrich), der bayrische Landessieger Michael Kellner (Zweirad-Müller Nördlingen), Michael Abendroth (Ducati Frankfurt), Patrick Neuhäuser (Richter Motorräder Bad Laer) und Phillip Boschen (Suzuki-Debus Siegen). Trotz Wettbewerbserfahrung aus den Vorausscheiden war den Jungs am Morgen die Nervosität deutlich anzumerken. Auch wenn keine der von den Prüfern bereitgestellten Aufgaben für sich betrachtet zu schwierig war, so brachten doch der enge Zeitplan (je 50 Minuten pro Station) und der Wettbewerbscharakter Spannung ins Spiel – und so sollte es ja auch sein.

Sechs Aufgaben aus Reparatur und Diagnose

Auf dem Weg zum Bundessieger waren sechs Aufgaben zu lösen:

  • 1. eine Nasskupplung demontieren, prüfen und montieren
  • 2. einen Bremssattel überholen
  • 3. einen Telegabelholm zerlegen und das Gabelöl wechseln
  • 4. Fehlersuche an einem startunwilligen Motor
  • 5. Diagnose von Elektronikfehlern nach einer Unfallinstandsetzung
  • 6. Messung des Hauptlagerspiels an einem Motor

Neben klassischen Servicearbeiten an Bremse und Fahrwerk waren also zwei Diagnoseaufgaben und zwei Reparaturen am Motor zu verrichten – eine ausgewogene Aufgabenstellung, die die Anforderungen in einer Motorradwerkstatt gut widerspiegelte. Die Prüfer um Wolfgang Adam von der Handwerkskammer Freiburg hatten sich trotzdem viel Mühe gegeben, es den Delinquenten nicht zu einfach zu machen – ohne ihnen aber perfide Fallen zu stellen.

Simple Aufgaben nicht unterschätzen

Für den laienhaften Beobachter hielt der Wettbewerb einige Überraschungen bereit. So erstaunte die Tatsache, dass der vermeintlich simple Gabelservice die meisten Teilnehmer vor allem in Sachen Arbeitszeit mächtig forderte und auch bestimmte Vorrichtungen und Spezialwerkzeuge, die das Schrauben einfacher machen, nicht jedem bekannt waren. Souverän zeigten sich die jungen Zweiradmechaniker dafür in Sachen Motor: Sowohl die Kupplungsreparatur als auch die knifflige Messung des Hauptlagerspiel meisterten sie souverän.

Die größten Anforderungen ans Gehirn stellten freilich die beiden Diagnoseaufgaben – insbesondere die Untersuchung, weshalb die von den Prüfern geschickt manipulierte Suzuki Bandit nicht anspringen wollte. Sowohl im Kabelgewirr als auch in der Menüstruktur des Diagnosegeräts gab es viele Möglichkeiten, den Faden zu verlieren, und so hockte mancher Teilnehmer am Ende voll stiller Verzweiflung vor dem eigentlich so zuverlässigen japanischen Bike und war mit seinem Latein am Ende. Leichter fiel den Prüflingen hingegen die Fehlersuche an einer BMW, deren Elektronik nach einer angeblichen Unfallreparatur verrückt spielte.

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