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Wilhelmsen: Mit neuem Markenspektrum in die Zukunft

»bike und business«-Interview mit Fritz Doser von G. Wilhelmsen Motorradtechnik in Oeversee über die Hinzunahme von KTM ins Portfolio und wie die bisherigen Markenpartner reagierten.

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Strahlkraft im hohen Norden: G. Wilhelmsen Motorradtechnik in Oeversee.
Strahlkraft im hohen Norden: G. Wilhelmsen Motorradtechnik in Oeversee.
(Foto: Archiv)

Redaktion: Ihr habt seit kurzem einen Händlervertrag für KTM unterschrieben. Was waren die Gründe dafür, eine weitere Marke ins Portfolio zu nehmen?

Fritz Doser: Durch die „neuen“ Räumlichkeiten haben wir die komfortable Situation, dass diese komplett von den anderen Marken in unserem Hause getrennt sind; sogar mit einem separaten Eingang.

Somit war die Hinzunahme von KTM für uns ein logischer Schritt. Wir wollen die sogenannte Strahlkraft von G. Wilhelmsen Motorradtechnik im hohen Norden weiter erhöhen und in einem schwierigen Markt gesund weiter wachsen.

KTM ist eine Motorradmarke, die zu uns passt! Zum einen werden wir dadurch ebenfalls verstärkt jüngere Kundschaft ins Geschäft bekommen und zum anderen haben wir eine weitere europäische Premiummarke im Haus.

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Wird weiteres Personal eingestellt?

Da wir uns proaktiv aus dem Roller- und Quad Geschäft verabschieden, ist die Erweiterung unseres Stammpersonals zunächst kein Thema. Intern werden dadurch Personal- und Raumressourcen frei, die wir für den KTM-Bereich nutzen. Sollten wir langfristig damit an Grenzen stoßen, wird ganz sicher über weiteres Fachpersonal nachgedacht.

Was haben Eure beiden Vertragspartner BMW und Triumph dazu gesagt?

Nach Erläuterung der oben genannten Beweggründe hat uns BMW sehr schnell signalisiert, dass sie keine Einwände haben und diesen weiteren Schritt nachvollziehen können.

Triumph hat uns keine Freigabe erteilt und nach 14 Jahren fristgerecht gekündigt. Wir erhielten vorab ein kurzes Telefonat vom Triumph- Management. Auf unsere Nachfrage nach den genaueren Gründen für die Kündigung wurde KTM genannt.

Das ist natürlich schade! Nicht zuletzt deshalb, weil wir der Überzeugung sind, dass auch Triumph durch die Erweiterung unserer Strahlkraft im Norden Schleswig-Holsteins profitiert hätte.

Grundsätzlich denke ich, wenn es schwierig am Markt wird, sollten Hersteller und Händler noch enger zusammen arbeiten und geschlossen an einem Strang ziehen. Auch Hersteller haben eine Verantwortung gegenüber dem Handel. Wenn zum Beispiel neue Fahrzeuge am Markt nicht so angenommen werden wie erwartet, kann man den Handel mit diesem Problem sicherlich nicht alleine lassen. Sich dieser Verantwortung bewusst zu sein gelingt einigen besser, anderen weniger gut.

Fakt ist, wenn der Handel keine vernünftige Balance mehr zwischen Investitionen und Verkaufszahlen herstellen kann, wird es langfristig für beide Seiten schwierig.

Wo liegen die Vorteile, wo die Nachteile eines Mehrmarkenbetriebs?

Wir können mit unseren Marken die Bedürfnisse unserer Kunden besser ansprechen und den Markt besser ausschöpfen.

Generell gibt es damit die Möglichkeit mehr Umsatz zu generieren, bessere Strukturen zu schaffen und die Risikostreuung zu verbessern.

Nehmen wir das Beispiel Yamaha: Vor zwei Jahren standen viele Yamaha- Kollegen sozusagen mit dem Rücken zur Wand. Mittlerweile geht es aber mit großen Schritten wieder nach vorne. Einer schwierigen Marktsituation kann man nur mit einem rentablen Werkstattgeschäft, mit treuen Kunden und nicht zuletzt mit mehreren Herstellern im Hause begegnen. Zudem relativiert sich dabei die Abhängigkeit zu einem einzigen Hersteller.

Wichtig ist es jede Marke als Profit-Center zu führen. Dazu braucht man klare Ansprechpartner im Hause.

Das schwierige ist, die eigene Philosophie und Identität aufzubauen. Viele Käufer haben häufig eine stärkere Bindung zur Marke als zum Händler.

Kannibalismus ist dabei mit Sicherheit aber ein Thema, dass im eigenen Hause vermieden werden sollte.

Was sind die besonderen Herausforderungen für einen Mehrmarkenhändler, wie ihr einer seid?

Wir versuchen jeden Tag mit Spaß, Überzeugung und Freude an allen Fronten Gas geben! Unser Team ist motiviert und freut sich auf die neue Saison mit aufregenden Produkten und bestenfalls begeisterten Kunden.

Sicherlich trägt unser prall gefüllter Veranstaltungskalender dazu bei. Schöne Kundenevents und aufregende Ausfahrten werden uns mit unseren Kunden noch weiter zusammenführen. Selbstverständlich werden wir das unterstützend emotionalisieren durch neue Wilhelmsen TV-Filmproduktionen.

Ganz aktuell haben wir einen eigenen Wilhelmsen-Song komponiert. Er spiegelt unsere Philosophie und Engagement wieder und gefällt hoffentlich auch unseren Kunden.

Unser Leitspruch bleibt: Man kann zwar ohne Motorrad leben aber es lohnt sich nicht! In diesem Sinne wünschen wir allen Kolleginnen und Kollegen eine erfolgreiche Saison. Keine Zeit für Geradeaus!

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