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Yamaha – der Druck im Kessel steigt

| Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Valeria Schulte-Niermann

Immer, wenn die Redaktion von »bike und business« in den letzten Jahren Motorradhändler der Marke Yamaha besuchte, kam das Gespräch schnell auf die schlechte Zusammenarbeit mit dem Importeur zu sprechen.

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(Bild: ©evan_ers/Fotolia.com [M] – Haselmann)

Außer den wenigen Exklusivhändlern, die auch in der schwierigsten Situation noch das Positive gesehen haben und oft in der Wolle gefärbte Markenfans waren, schimpften fast alle Partner über unerfüllbare Vorgaben, komplizierte Vergütungsregelungen, Verkaufsaktionen zulasten der Händler und generell ein unpartnerschaftliches und von reinem Stückzahldenken geprägtes Verhalten des Importeurs. Laut und öffentlich aussprechen wollte das freilich kaum jemand, aber der Druck im Kessel stieg trotzdem – oder gerade deswegen – weiter an.

Ende Juni schickte dann Harald Finkl, Yamaha-Händler aus Königsbrunn und Vorsitzender des Händlerverbands, einen offenen Brief an Yamaha-Vertriebsleiter Ralf Keller, in dem er die wunden Punkte zusammenfasste und Änderungen anmahnt. Eine Antwort von seiten des Importeurs steht noch aus. »bike und business« wird das Thema weiter begleiten und ruft alle Yamaha-Händler auf, uns ihre Erfahrungen und eventuellen Lösungsansätze mitzuteilen.

Das Beispiel Yamaha betrifft indes nicht nur die Händler dieser Marke, sondern steht stellvertretend für die Misere der großen japanischen Fabrikate. Noch vor wenigen Jahren waren alle Hersteller außer Honda, Yamaha, Suzuki und Kawasaki Exoten – heute drohen die Japaner selbst zu solchen zu werden. Yamaha ist bereits unter zehn Prozent Marktanteil angelangt. Und selbst wenn in Stückzahlen noch etwas geht, so sind es meist die „Brot-und-Butter-Maschinen“, die sich verkaufen lassen – an denen der Händler aber nichts verdient. So ist Yamaha zwar mit zwei Modellen in den Top Ten vertreten, aber dabei handelt es sich um die preiswerte XJ 6 und die Mittelklassemaschine FZ 8. Margenstarke Typen wie die XT 1200 rangieren unter „ferner liefen“, und der Supersportler R1 hält sich mit knapper Not in den Top 50. Mal sehen, was den Japanern einfällt, das zu ändern. Eins ist aber sicher: Es geht nur mit den Händlern, nicht gegen sie.“

Der Beitrag stammt von Jan Rosenow, Redakteur bei „bike und business“.

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