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Yamaha-Händler kritisieren Importeur

| Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

In einem offenen Brief hat sich der Yamaha-Händlerverband an den Importeur gewandt: In der Kritik stehen vor allem das Marketing und die Vergütungsregelungen.

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Stein des Anstoßes: die Gutscheinregelung für die FZ8 ist umständlich und händlerunfreundlich.
Stein des Anstoßes: die Gutscheinregelung für die FZ8 ist umständlich und händlerunfreundlich.
( Foto: Yamaha )

Im Yamaha-Händlernetz brodelt es: Der Marktanteil des einstigen Volumenherstellers sackte im Jahr 2011 auf unter zehn Prozent ab. Nur vier Modelle schafften es bislang in die Liste der 50 meistverkauften Motorräder des Jahres, und um die Zusammenarbeit zwischen den Händlern und dem Importeur Yamaha Motor Deutschland steht es nicht zum besten.

In dieser Situation sieht die Interessengemeinschaft der Yamaha-Zweiradhändler in Deutschland keine andere Möglichkeit mehr, als ihre Probleme öffentlich zu machen. In einem Brief an Yamaha-Vertriebsleiter Ralf Keller, der »bike und business« vorliegt, führt Händlerverbandsvorsitzender Harald Finkl folgende Kritikpunkte auf:

  • Die Marketingaktion vom Februar hat den Verkauf nicht belebt.
  • Die Händler fürchten, dass sich dies auch bei der zweiten Stufe der Aktion nicht ändern wird.
  • Händler, die ihre Vororder und ihr Sortiment nach den Wünschen des Importeurs gestalten, haben wirtschaftliche Nachteile.
  • Die Verkaufsinformationen sind sehr komplex formuliert und führen zu Fehlentscheidungen seitens der Händler.
  • Die Gutscheinregelung ist ebenfalls kompliziert und bürdet dem Handel Risiken auf, zum Beispiel weil die Gutscheine ein Verfallsdatum haben. Außerdem kann der Händler die Gutscheine nur einlösen, wenn er ein neues Fahrzeug bestellt.
  • Die begrenzte Gültigkeit der Gutscheine führt zu Tageszulassungen. Dadurch steigen zwar die Zulassungszahlen, aber nicht den Abverkauf.

Partnerschaftliches Verhältnis ist gefordert

„Zu einem partnerschaftlichen Verhältnis gehört, dass jede Partei die Auswirkungen ihrer Politik auf den Handelspartner berücksichtigt“, sagt Harald Finkl und spricht damit für viele weitere Yamaha-Händler. „Die Marktposition und die Zulassungszahlen der Marke können grundsätzlich nur gemeinsam mit dem Handel verbessert werden.“

Kurzfristige Aktionen, die lediglich eine Reaktion auf die Marktzwänge darstellen, hätten in der Vergangenheit keinen nachhaltigen Erfolg gebracht. Als ersten Schritt fordert der Händlerverband zumindest die Aufhebung des Verfalldatums der Gutscheine.

Harald Finkl ruft Yamaha Motor Deutschland zu Gesprächen über die aufgeführten Punkte auf und signalisiert die Bereitschaft der Händler, konstruktiv mitzuarbeiten. »bike und business« hat dem Importeur die Möglichkeit gegeben, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen – allerdings bislang ohne Antwort.

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