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Yamaha-Händler starten Motorradbörse

| Redakteur: Stephan Richter

Unklarheiten bei der Yamaha-Plus-Garantie, gekündigte Verträge seitens des Entsorgungsunternehmens sowie eine verbandseigene Motorradbörse: Die Yamaha-Händler hatten viel zu klären auf ihrer Verbandstagung.

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Die Yamaha-Händlertagung fand im „Hotel zur Schmiede“ in Alsfeld statt.
Die Yamaha-Händlertagung fand im „Hotel zur Schmiede“ in Alsfeld statt.
( Archiv: Vogel Business Media )

Tausend Motorräder auf der händlereigenen Motorradplattform - so lautet das erklärte Ziel der Interessengemeinschaft Yamaha Zweiradhändler e.V. (IGYH). Während ihrer Händlertagung machten sich die gut 40 anwesenden Händler mit der neuen Börse vertraut. Das Angebot des Verbands soll den Fahrzeugaustausch zwischen den Händlern vereinfachen. „Wir können jetzt besser auf Kundenwünsche eingehen, indem wir auf das Angebot aller angeschlossenen Händler zurückgreifen“, so Vorstandsmitglied Michael Hösl. Bislang sind knapp 500 Zweiräder in der Übersicht gelistet.

Für Diskussion sorgte die Schwierigkeiten der Yamaha-Plus-Garantie, die über die Allianz Deutschland AG läuft. Die Händler kritisierten, dass auf den Werbebroschüren nicht wie gesetzlich vorgeschrieben die Mehrwertsteuer ausgezeichnet sei. Zudem fehle der eindeutige Hinweis darauf, dass bei Rollern mit 50 ccm nur eine zwölfmonatige Garantieverlängerung möglich ist. Yamaha selbst habe die Händler schon im Sommer 2010 dazu aufgeforert, die Broschüren zu entsorgen – die Allianz habe sich diesbezüglich aber nicht gerührt.

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Ferner gebe es Unstimmigkeiten, ob die Händler bei einem Vertragsabschluss als Vermittler oder Makler auftreten. Durch diese Unklarheiten können die Händler ihren Kunden derzeit keine Yamaha-Plus-Garantie anbieten. Stefan Steinke, Leiter Vertrieb Süddeutschland der Allianz, versprach den Händlern eine schnelle Aufklärung: „Diese Probleme sind lösbar und jetzt sind wir an der Reihe zu reagieren“, so Steinke.

Neue Entsorgungsmöglichkeiten gesucht

Zudem beschäftigten sich die Teilnehmer mit den gekündigten Verträgen des Entsorgungsunternehmens Zentek. Bislang organisierte Zentek für alle Yamaha-Händler die kostenfreie Abholung von Batterien und Ölfiltern sowie Verpackungsmaterial von Motorrädern und Ersatzteilen. Da der Anteil an werthaltigen Abfällen in letzter Zeit aber abgenommen hat, kündigte Zentek die Verträge. Nunmehr ist jeder Händler selbst für die Entsorgung verantwortlich und muss sich einen neuen Dienstleister suchen.

Mehrwert für die Händler schaffen

Weitere Programmpunkte waren der Einsatz von E10-Kraftstoff, Führerscheinrichtlinien sowie die Winterreifenpflicht für Motorräder. Aber auch Händlerempfehlungen zur Kundenbindung wie Winterservice mit Einlagerung der Fahrzeuge und Motorradvermietung trafen auf Anklang. Zudem stand ein Vortrag der Fachzeitschrift »bike und business« über „Social Media und Web 2.0“ auf der Tagesordnung.

„Wir sind der letzte noch aktive Motorradhändler-Verband in Deutschland. Mit diesen Themen möchten wir unseren Händlern einen echten Mehrwert bieten und ihnen zeigen, dass wir uns nachhaltig um ihre Belange kümmern“, so Michael Hösl.

Am 20. Februar findet die Yamaha-Händlertagung statt, bei der Yamaha Deutschland unter anderem ihre neuen Marketingpläne vorstellen möchte. Die Händler fordern klare Konzepte, um die Erträge und dadurch die Perspektiven für die Zukunft zu verbessern.

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