Yamaha: YZF-R6 bekommt Update für 2017

Gemeinsamkeiten mit YZF-R1

| Autor / Redakteur: Judith Leiterer / Elena Koch

Für 2017 hat die Yamaha YZF-R6 ein optisches und technisches Update bekommen.
Für 2017 hat die Yamaha YZF-R6 ein optisches und technisches Update bekommen. (Bild: Yamaha)

Mit über 160.000 verkauften Motorrädern in Europa und drei Supersport-Weltmeisterstiteln in den vergangenen sieben Jahren gehört die YZF-R6 zu den beliebtesten und extremsten Supersportlern in Yamahas Motorsportgeschichte. Leicht, agil und schnell - so wird dieses Modell mit 600 cm³ Hubraum charakterisiert. Für 2017 wurde es komplett überarbeitet – optisch und technisch.

Alle YZF-Supersportler sind Ableitungen des Rennmotorrads YZR-M1, das in der MotoGP zahlreiche Siege eingefahren hat. Die Welt der YZF-R-Modelle erstreckt sich von 125 cm³ bis 1000 cm³ Hubraum: Angefangen bei der YZF-R1M und der YZF-R1, über die YZF-R6, YZF-R3 bis hin zur YZF-R125 wurde jedes Modell der R-Serie nach den Maßstäben fortschrittlicher Rennsporttechnik entwickelt und gebaut. Der Motorsport ist für Yamaha eine wichtige Komponente in der Unternehmenspolitik. Dies untermauert auch die neue YZF-R6, die für 2017 in einer neu gestalteten Optik und windschlüpfigen Verkleidung erscheint und einige Chassis-Merkmale und moderne Elektronik-Komponenten von der aktuellen YZF-R1 übernommen hat.

Mehr als zehn Jahre nach dem Debüt der YZF-R6 hat Yamaha das Supersport-Mittelgewicht für das Jahr 2017 komplett umgestaltet. Das neue Design hat seine Wurzeln in der aktuellen YZF-R1, für die Heckpartie wurden hier zum Beispiel Elemente übernommen. Mit dem von der M1 entliehenen zentralen Ansaugluft-Einlass und dem tiefsitzenden LED-Doppelscheinwerfer lassen die aggressive Front und das auffällige Äußere der Maschine deutlich erkennen, dass es sich hier um ein Mitglied der R-Familie handelt. Die Gene der neuen R-Serie zeigen sich auch in der schlanken Verkleidung. Zahlreiche Lüftungsschlitze und fließende horizontale Linien erzeugen eine besondere Optik und lassen Rückschlüsse auf die Aerodynamik des Motorrads zu. Design und Anordnung der schlanken Positionsleuchten zeigen, dass die YZF-R6 trotz Nähe zur R-Familie eine eigenständige Persönlichkeit darstellt.

Technische Neuerungen

Die 2017er YZF-R6 hat eine neue Frontverkleidung und Verkleidungsscheibe erhalten, die für effiziente Aerodynamik sorgen sollen. Die windschlüpfige Frontverkleidung bedient sich einiger Elemente der YZF-R1 und erzeugt in ihrer aktuellen Ausführung acht Prozent weniger Luftwiderstand. Um Turbulenzen und Luftwiderstand zusätzlich zu reduzieren, wurden die neuen LED-Blinker in die Rückspiegel integriert.

Um die Beherrschbarkeit noch weiter zu optimieren, hat die YZF-R6 eine weiterentwickelte Traktionskontrolle (TCS), die sich mit einem Schalter am Lenker verstellen lässt. Die intelligente TCS-Software soll gewährleisten, dass für den Fahrer beim Eingriff der Traktionskontrolle kein unnatürliches Fahrgefühl entsteht. Die Maschine hat auch das neue Schnellschaltsystem QSS, das für flottere Gangwechsel sorgt.

Auch die neue KYB Upside-Down-Telegabel der 2017er YZF-R6 wurde von der YZF-R1 übernommen. Die Standrohre der Telegabel haben einen Durchmesser von 43 Millimetern (41 beim Vorgängermodell). Das gibt dem Piloten insbesondere beim Bremsen und in Kurven ein noch präziseres Lenkgefühl. Zugunsten des Handlings wurde auch der Durchmesser der Vorderradachse auf 25 Millimeter vergrößert. Die moderne Gabel ist umfangreich einstellbar, sodass sie der Fahrer optimal seinem Fahrstil und Gewicht anpassen kann. Gemeinsam mit dem neu entwickelten, einstellbaren KYB-Zentralfederbein lässt sich das Chassis der YZF-R6 unter wechselnden Bedingungen auf ein präzises, leichtfüßiges Handling abstimmen.

Ebenfalls übernommen wurde die moderne Radial-Vorderradbremse der YZF-R1. Die 320-Millimeter-Doppelscheibenbremse hat radial montierte 4-Kolben-Bremszangen aus Aluminium.

Mehr Bewegungsfreiheit und bessere Kontrolle

Der Bewegungsfreiraum für den Fahrer ist für Handling, Agilität und Präzision eines Motorrads entscheidend. Der Sitz und das schlankere Rahmenheck wurden für die YZF-R6 neu entwickelt und sollen es dem Fahrer ermöglichen, sein Körpergewicht problemlos zu verlagern. Das Rahmenheck besteht aus hochfestem, leichtem CF-Magnesium-Druckguss und ist im vorderen Bereich 20 Millimeter schmaler, damit sich der Fahrer noch enger an den Tank schmiegen und seinen Luftwiderstand verringern kann. Die Sitzhöhe wurde vom aktuellen Modell übernommen, neigt sich aber zum Heck leicht nach oben, um dem Piloten beim Beschleunigen mehr Halt und Bewegungsfreiraum zu bieten.

Eine weitere wesentliche Änderung beim 2017er Modell ist der ästhetische Aluminium-Leichtbautank, der aerodynamisch optimiert wurde und tiefe Kniemulden hat. Der Fahrer hat so sein Motorrad fest im Griff und soll unabhängig von Körperbau und Fahrstil stets die ideale Sitzposition finden. Beim Schweißen dieser besonderen Tankform setzt Yamaha auf das CMT-Verfahren (Cold Metal Transfer). In der Herstellung werden die Einzelteile zunächst von Schweißrobotern miteinander verbunden. Anschließend vollenden erfahrene Schweißer die angefangenen Schweißnähte, was dem Tank ein exklusiv-handgefertigtes Finish verleiht. So bringt der neue Kraftstofftank eine Gewichtsersparnis von 1.200 Gramm gegenüber der Stahlausführung und eine optimierte Sitzposition mit sich, die dem Fahrer mehr Bewegungsfreiraum und Kontrolle bietet und damit eine schnellere Gewichtsverlagerung am Kurvenein- und -ausgang ermöglicht.

Die um 20 Millimeter schmalere Taille ist ergonomisch vorteilhafter und erleichtert den Bodenkontakt mit den Füßen. Die optimierten Faktoren Handling, Bremsen und Beschleunigung, die das Motorrad der neuen Gabel, der Vorderradbremse und der Steuerelektronik zu verdanken hat, bieten eine bessere Kontrolle. Natürlich ist die YZF-R6 auch EU-4-konform.

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