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Yamahas großer böser Wolf

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Das meint die spanische Custom-Schmiede

„Wir sind alle sehr stolz auf die Zusammenarbeit mit El Solitario“, so der Kommentar von Yamaha Motor Europe-Produktmanager Shun Miyazawa. „Das Timing war absolut perfekt, denn sie waren bereit, von ihrem bisherigen Konstruktionsstil abzuweichen und neue Wege zu gehen. Mit dem Yard Built-Projekt wollten wir sie herausfordern, eine andere Seite von El Solitario zu zeigen und zu beweisen, wozu sie in der Lage sind. Und das Resultat ist mehr als beeindruckend! Ohne den Originalrahmen der XJR durch Schneid- oder Schweißarbeiten zu verändern, haben sie bewiesen, dass dieses Bike eine exzellente Basis für Custom-Umbauten ist, ganz gleich in welche Richtung der Umbau geht. Wir haben in diesem Jahr zahlreiche erstaunliche Umbauten gesehen, die alle ein unterschiedliches Bild der XJR präsentierten, und mit dem Custom-Bike von El Solitario wird die XJR einmal mehr neu interpretiert. Der Detailreichtum ist fantastisch, und wir sind stolz auf unsere Zusammenarbeit, denn wir haben so nicht nur ein neues Gesicht der XJR zeigen können, sondern El Solitario konnte sich von einer neuen Seite präsentieren.“

Ähnlich sieht es auch David Loner von der spanischen Custom-Schmiede und meint: „El Solitario hat keine Erfahrung mit Vierzylinder-Motorrädern, daher sahen wir uns zunächst vor einer Mammutaufgabe. Über mehrere Monate stellten wir uns immer wieder die gleiche Frage: Wie können wir etwas ganz Besonderes schaffen? Wir mussten praktisch bei Null anfangen. Was uns die meisten Sorgen bereitete, waren die Aspekte Leistung und Technologie! Beide Aspekte waren für uns unbekannt und kostspielig zugleich. Plötzlich schlug unsere ursprüngliche Skepsis in Neugier um, und wir gingen die Herausforderung an. Wir sind alle Motorrad-Vollblutdesigner, keine Ingenieure. Mit unzähligen Stunden Forschung und der Unterstützung unserer Freunde konnten wir die besten Partner in der Welt der schnellen Bikes für uns gewinnen, und wiederum mit Hilfe unserer Freunde gelang es uns schließlich, eines der atemberaubendsten Muscle Bikes der letzten Jahre auf die Beine zu stellen.“

Entscheidend für den Erfolg des Umbauprojekts sei die Zusammenarbeit mit Mauro Abbadini von Classic Co. als Technischem Direktor gewesen. Er brachte das Vertrauen und Know-how eines Rennfahrers in das Projekt mit ein. Und nicht zuletzt seien die zahlreichen Experten aus der Renn-Szene genannt, die gemeinsam mit dem Team aus Spanien zusammenarbeiteten.

Das Endergebnis, das auch das Kürzel BBW trägt, ist ein Motorrad, an der mit Ausnahme des Rahmens, des Tanks, des Lenkers und des Rücklichts alles Custom-Made ist, wobei das Leergewicht auf lediglich 183 Kilogramm reduziert wurde.

Auch der Motor, einschließlich der Zylinderköpfe wurde überarbeitet. Dabei wurden auch die Einlasskanäle verändert und die Strömung optimiert. Die Verdichtung wurde von 9,7:1 (ab Werk) auf 10,7:1 erhöht und auch an den Brennräume wurde nachgebessert. Die Pleuel haben nun Titanschrauben und die Kurbelwelle wurde feingewuchtet. Die elektronische Benzineinspritzung wurde durch hochwertige Lectron 42-Vergaser ersetzt. Diese wurden speziell für die BBW auf dem Prüfstand von Lectron Fuel Systems abgestimmt, sodass sie direkt montagefertig waren. Es wurde eine programmierbare Zündung von Dynatek installiert. Alle Arbeiten führten zu einer Leistungssteigerung auf 108 Kilowatt (148 PS) am Hinterrad.

Classic Co. fertigte anschließend ein Heck aus Kohlefaser, die Lufteinlässe für die Ansaugluft und den Motorspoiler sowie die gesamten Aluminiumhalterungen für die erforderlichen Modifikationen an. Der britische Hersteller Dymag entwickelte Carbon-Räder speziell für die BBW, die aber auch auf das Serienmotorrad passen. Acke Rising von ISR in Schweden führte anhand der Konstruktionspläne von El Solitario einen Großteil der maschinellen Bearbeitung durch und fertigte auch die speziellen Gabelbrücken, die Aufnahmen für die Bremsscheiben sowie die Halterung für den Hinterrad-Bremssattel an. Ebenfalls von ISR: Der Bremshebel, die Sechskolben-Vorderradbremszangen und Vierkolben-Bremszangen am Hinterrad.

Viele der speziell angefertigten Teile sind in internationaler Kooperation entstanden. So entwickelte K-Tech Suspension gemeinsam mit Novatech die Gabel sowie die hinteren Stoßdämpfer. Der Titanauspuff stammt von Asahina Racing aus Japan und passt nicht nur auf das Custom-Bike, sondern auch auf die serienmäßige Maschine. Moto GP-Ölkühlerlieferant Taleo Racing aus Madrid fertigte zudem den speziellen halbrunden Ölkühler, und die Aluminium-Motorseitendeckel, die in Kürze bei El Solitario als Gussversion auch für das Serien-Bike erhältlich sein werden, stammen von EMD aus Frankreich.

Ein spezieller Tankverschluss von TWM veredelt den Tank, und eine Aluminiumschwinge von Over Racing aus Japan rundet das Heck mit Anbauteilen ab. Die BBW wurde mit der Motogadget M-Unit versehen und ist mit der Motogadget M-Lock zum Ein- und Ausschalten der Motorrades ausgestattet. Von Corona kommt der Schaltautomat, und PIAA lieferte die Scheinwerfer.

Mit Michelin-Straßen-, Slick- und Regenreifen soll das Zweirad zu keiner Zeit die Bodenhaftung verlieren. Damit will das spanische Team maximalen Spaß bei allen Wetterbedingungen garantieren. Die individuelle Grafikgestaltung und Lackierung stammt außerdem vom Londoner Künstler Death Spray Custom.

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