YUASA feiert 100-jähriges Bestehen

Bleibatterien und Lithium-Ionen-Akkus fürs All

| Redakteur: Thomas Kuther

Wie alles begann: das ehemalige Batteriegeschäft.
Wie alles begann: das ehemalige Batteriegeschäft. (Bild: GS YUASA)

Seit seiner Gründung vor 100 Jahren hat sich der Batteriehersteller YUASA technisch stark weiterentwickelt – auch wenn seit jeher Bleibatterien den Kern des Geschäfts bilden. Die Geschichte eines weltweiten Konzerns begann 1917 mit zwei japanischen Firmen, die sich dem Bau von Automotive-Batterien verschrieben.

Es ist hundert Jahre her, als 1917 die Japan Storage Battery Co., Ltd und ein Jahr später die Yuasa Storage Battery Co., Ltd gegründet wurden. Aus den zwei eigenständigen japanischen Unternehmen entstand später der heutige Batteriehersteller GS YUASA. Seinen Namen verdankt er seinen damaligen Gründern – Genzo Shimadzu (GS) und Shichizaemon Yuasa (YUASA).

Seit 100 Jahren Batterienproduktion für den Automotive-Markt

Bereits 1919 startete GS die Produktion von Automotive-Batterien, Yuasa folgte ein Jahr darauf. Jahrelang arbeiteten beide Unternehmen an der Entwicklung von wiederaufladbaren Batterien und wegweisenden Produktentwicklungen. 1938 begann GS mit der Produktion von Alkaline-Batterien, Yuasa brachte 1966 trocken vorgeladene Starterbatterien auf den Markt. 1972 präsentierte Yuasa eine High-Performance Starterbatterie mit dem Namen YUMICRON, die bis heute vermarktet wird. Zur Jahrhundertwende und darüber hinaus wurden zudem leistungsstarke Lithium-Ionen-Batterien für den Einsatz im All entwickelt und eine erfolgreiche Massenproduktion von Li-Ionen-Batterien für Hybrid- und Elektrofahrzeuge aufgebaut.

Der Schritt nach Europa

Die Internationalisierung wagte Yuasa in 1965, als sie ihr erstes Standbein in den USA aufbaute. GS folgte in 1977 ebenfalls in die USA. Der entscheidende Schritt nach Europa fand 1981 mit dem Bau eines Produktionswerkes in Großbritannien statt. Da Europa als wichtiger Industriestandort und einer der wichtigsten Standorte für Automobilhersteller weltweit galt, sollte dieser Markt mit eigenen Niederlassungen lokal erschlossen werden. So wurde 1982 auch ein Standort in Düsseldorf eröffnet – die heutige GS YUASA Battery Germany GmbH. Schnell folgten weitere in Frankreich, Italien und Spanien, die heute das komplette Vertriebsnetz in Europa bilden.

Mit dem Ziel, die technischen Fähigkeiten, Produkte und Dienstleistungen weiterzuentwickeln, auf dem Markt bekannt zu machen und zu wachsen, fusionierten beide Unternehmen schließlich in 2004 zur GS YUASA International Ltd. / GS YUASA Corporation.

Weitere Umstrukturierungen fanden in 2015 und 2016 mit der Neuordnung der Märkte und Geschäftsbereiche in Europa statt. Alle fünf Niederlassungen in Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich und UK erhielten neue Länderverantwortlichkeiten und Zugriff auf alle drei Geschäftsbereiche des Konzerns – Industrie, Automotive und Motorcycle. Zudem schuf man mit der Umfirmierung in 2017 auf den Konzernnamen GS YUASA eine weltweit einheitliche Namensgebung und Corporate Identity.

Qualität und Prozesssicherheit

Inwieweit hat sich das Produktportfolio im Laufe der Jahre verändert? Das Kerngeschäft des Herstellers ist heute im Grunde dasselbe wie damals – die Produktion und der Vertrieb von Blei-Säure-Batterien. Dennoch hat sich die Technologie stark weiterentwickelt. Bis auf wenige Ausnahmen gehören das Kontrollieren des Säurestandes und das Nachfüllen von Flüssigkeit der Vergangenheit an. Auch die Notwendigkeit zur Wartung der Produkte entfällt in vielen Fällen oder ist auf ein Mindestmaß beschränkt. Leistungsfähigkeit und Lebensdauer der Batterien ebenso wie ihre Handhabung haben sich enorm verbessert und vereinfacht.

Bei allen Entwicklungen behielt GS YUASA stets eines im Fokus: im Rahmen der gesamten Wertschöpfungskette konsequent auf Qualität zu setzen. So kontrolliert der Hersteller dank hoher Fertigungstiefe alle sensiblen Fertigungsstufen selbst, erfüllt internationale Standards und stellt sicher, dass jede Batterie problemlos ihre Arbeit verrichtet. Damit gelang es, mit der SWL-Baureihe eine der erfolgreichsten USV-Batterien in Europa herzustellen, die eine hohe Lebensdauer von 10 bis 12 Jahren nach Eurobat aufweist. Eine Balance zwischen Elektrolyt, Plattenkonstruktion, Anzahl der Platten und Beschaffenheit des aktiven Materials machte dies möglich. In der Sicherheitstechnik setzte die NP-Batterie einen weltweiten Standard, u.a. stellt GS YUASA die einzige TÜV-zertifizierte Batterie für Pitchsysteme in Windrädern her. Und bei den Lithium-Ionen-Akkus markiert die LIM25H-Zelle einen Wert, der bei Speicheranwendungen derzeit überragend ist: die Entladung mit bis zu 40 C.

Lithium-Ionen-Batterien produziert GS YUASA seit 2007 an fünf Standorten in Japan für die Automobilindustrie, die Telekommunikation, die Energiespeicherung und USV-Anwendungen. Mit der GS Yuasa Hungary Ltd. gründete der Hersteller in 2018 zudem eine neue Fertigungsniederlassung in Ungarn, wo Lithium-Ionen-Batteriemodule aus Zellen konfektioniert werden sollen. So wird der Li-Ionen-Geschäftsbereich neben dem Bleibatterie-Geschäft einen wachsenden Stellenwert bei dem Batteriehersteller einnehmen.

Dieser Beitrag erschien zuerst in unserer Schwesternzeitschrift „Elektrotechnik“.

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