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ZDK bittet Bund um Hilfe bei Kfz-Zulassungsstellen

| Autor: Doris Pfaff

Jeder Tag der Corona-Krise tut den Auto- und Motorradhändlern weh, entsprechend groß ist die Verzweiflung: In ihren Häusern stehen vorfinanzierte Fahrzeuge, die sie online nicht verkaufen können, weil viele Zulassungsstellen geschlossen haben. Nun bittet der ZDK den Bund um Hilfe.

Das Kfz- und Motorradgewerbe ist auf geöffnete Zulassungsstellen angewiesen. Doch die sind vielerorts komplett dicht. Verbände appellieren jetzt an den Bund.
Das Kfz- und Motorradgewerbe ist auf geöffnete Zulassungsstellen angewiesen. Doch die sind vielerorts komplett dicht. Verbände appellieren jetzt an den Bund.
(Bild: Lars Franzen/Kroschke-Gruppe )

Die Situation vor allem im stationären Automobilhandel ist dramatisch: Die Verkaufsstellen mussten schließen. Zumindest durch Onlinehandel könnten sich Betriebe über Wasser halten, wenn die Zulassungsstellen geöffnet hätten. Das ist bundesweit allerdings unterschiedlich geregelt. Einige Stellen sind geöffnet, andere ganz geschlossen, wieder andere öffnen stundenweise den Betrieb. Bereits vor der Kontaktsperre hatten zunehmend mehr Zulassungsstellen geschlossen beziehungsweise sich abgeschottet.

Für Händler, die vorfinanzierte Neuwagen auf ihrem Hof stehen haben, „legt sich dieses tote Kapital als Schlinge um den Hals“. Mit einem nicht zugelassenen Fahrzeug könne der Kunde schließlich nichts anfangen. Mit diesen eindringlichen Worten wendet sich nun der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) in einem Schreiben an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Helge Braun, Chef des Bundeskanzleramtes und bittet um unbürokratische Hilfe.

Das Maßnahmenpaket der Bundesregierung greife in diesem Fall nur wenig. „Es verhilft bestenfalls zu vorübergehender Liquidität, aber der ohnehin schon hohe Verschuldungsgrad steigt weiter und verfolgt die kleinen und mittelständischen Unternehmen auf dem Weg in eine mehr denn je ungewisse Zukunft. In dieser Situation versuchen viele verzweifelte Unternehmer, sich selbst zu helfen. Mit den Instrumenten der Digitalisierung ausgestattet, schaffen sie einen lückenlos elektronischen Verkaufsprozess, um so – zulässigerweise – bereitstehende Lagerfahrzeuge zu veräußern und so ihren erdrückenden Fahrzeugbestand abzubauen“, argumentieren ZDK-Präsident Jürgen Karpinski und Hauptgeschäftsführer Axel Koblitz.

Zulassung ist kontaktarm möglich

Ein Grund für die Unterbindung des Autohandels bestehe nicht. Die Händler könnten ihre Fahrzeuge risikolos und ohne Kundenkontakt verkaufen und ausliefern, sofern sie die Autos zulassen könnten. Doch die Ämter seien größtenteils einfach geschlossen.

„Immer mehr von ihnen schließen aus Angst vor einer Infektion des Personals mit dem Corona-Virus. Diese Tendenz ergibt sich eindeutig aus einer zweimal täglich aktualisierten Online-Übersicht der Fa. Christoph Kroschke GmbH, eines Zulassungsdienstleisters, mit dem wir hier eng zusammenarbeiten“, so der ZDK. Dabei zeigten Beispiele aus geöffneten Zulassungsstellen, dass die Anmeldung und der Austausch von den Autopapieren durch Schleusen kontaktlos möglich sind. Der ZDK weist dabei auf das Beispiel der Zulassungsstelle in Pforzheim, die gerade auf Drängen aus der Politik ihre Dienste für die regionalen Autohäuser wieder geöffnet hat.

Der Zentralverband sei sich bewusst, dass die Regelung der Öffnung bei den einzelnen Kommunen liegt. Aber: „Ein kleiner Anstoß könnte helfen bei der Lösung eines für den Vertragshandel existenziellen Problems.“

Dieser Beitrag erschien zuerst auf dem Online-Portal unserer Schwesternzeitschrift »kfz-betrieb».

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