Zero SR/F: Motorrad mit Wow-Faktor

Neuer Zero Streetfighter SR/F

| Redakteur: Edgar Schmidt

Der neue Elektro-Streetfighter SR/F von Zero.
Der neue Elektro-Streetfighter SR/F von Zero. (Bild: Zero)

Zero bringt mit dem neuen Steetfighter SR/F ein neues Elektromotorrad auf den Markt. Es zeigt, was diese Antriebstechnik heute schon kann und zaubert einem ein freudiges Grinsen ins Gesicht.

Elektrofahrzeuge haben ja durchaus eine ganz besondere Faszination – nämlich immer dann, wenn man mit ihnen beschleunigt. Wenn die E-Maschine dann so gekonnt zwischen zwei Rädern im Gitterrohrrahmen eines Streetfighters platziert ist, wie bei der neuen Zero SR/F, bekommt man beim Beschleunigen das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht. Nahezu lautlos, vibrationsfrei und mit einem Drehmoment von 190 Nm katapultiert das Aggregat die 220 kg schwere Maschine ohne Zugkraftunterbechung aus dem Stand nach vorn. Auf der 30 minütigen Testrunde stoppte dieses Quell der Freude leider immer wieder eine Geschwindigkeitsbeschränkung. Ansonsten ist laut Herstellerangaben erst bei 200 km/h Schluss.

Zero stellt die SR/F gerade auf einer Deutschlandtour bei ihren Händlern vor und machte auch am Sitz der »bike und business«-Redaktion, in Würzburg, Station. Diese Gelegenheit haben wir uns nicht entgehen lassen. Das Elektromotorrad macht wirklich Lust auf mehr. Denn auch das Fahrwerk kann mit der Motorleistung der Maschine gut mithalten. Zwar ließen sich in einer halben Stunden nicht alle Fahrsituationen abbilden, doch diese kurze Fahrt zeigte bereits eindrucksvoll, dass das Bike einen tadellosen Geradeauslauf hat und gierig in jede Kurve will. Die Fahrwerksteile von Showa und Stabilitätskontrolle von Bosch machen hier einen guten Job.

Die SR/F ist übrigens das erste Elektromotorrad, das mit der Motorradstabilitätskontrolle (MSC) von Bosch ausgestattet ist. Die beinhaltet ABS, Kurvenbrems- und Traktionskontrolle sowie Schleppmomentregelung. So verhindert die MSC zum Beispiel auch, dass das Hinterrad blockieren kann wenn man Gas (bzw. Strom) wegnimmt, die E-Maschine vom Antrieb zum Generator wird und per Rekuperation Strom zurück in den Akku speist.

Den Grad der Rekuperation und auch das Drehmoment, das das Antriebsaggregat beim Beschleunigen freisetzt, kann man bei der Zero in verschieden Fahrmodi einstellen. Im Sport-Modus hat man zum Beispiel die volle Kraft und kaum Rekuperation, im Eco-Modus beschleunigt die Maschine etwas sanfter und speist so viel Strom wie möglich zurück. Zusätzlich gibt es einen Regen- und einen Tour-Modus. Gut ist, dass man den Antrieb mit bis zu 10 individuell konfigurierbaren Modi auf seine eigenen Vorlieben einstellen kann. So lassen sich beispielsweise volle Beschleunigung und volle Rekuperation miteinander kombinieren. Und es ist ein gutes Gefühl, wenn man die rare Energie beim Bremsen nicht an den Bremsscheiben einfach nur in Wärme verwandelt, sondern zum Teil in den Akku zurückspeisen kann.

Zusatzakku als Option

Apropos Akku: Das ist zwar immer noch der Knackpunkt bei einem E-Fahrzeug, die Energiespeicher sind aber inzwischen so leistungsfähig geworden, dass auch ein E-Motorrad mit seinem beschränkten Platz für die Batterien inzwischen durchaus alltagstauglich sein kann. Das hängt natürlich immer noch extrem vom eigenen Fahrprofil und den eigenen Vorlieben ab – und natürlich vom Geldbeutel (die SR/F kostet 20.490 Euro in der Standardversion).

Der Antriebsakku in der SR/F hat standardmäßig eine Kapazität von 14,4 kWh. Zero wirbt zwar mit einer Reichweite von 259 Kilometern, doch die bezieht sich auf Geschwindigkeiten in der Stadt. Auf einer Tour über die Landstraße sollen laut Ralf Czaplinski, Country Manager Germany/Eastern Europe bei Zero, problemlos 150 Kilometer möglich sein. Mit einem zusätzlichen sogenannten Power Tank, der laut Zero ab Herbst 2019 lieferbar ist, lässt sich angegebene Stadtreichweite von 259 Kilometern auf 320 Kilometer steigern. Das ändert aber nicht an der Tatsache, dass ausgedehnte Tagestouren immer noch nicht die Stärke eines Elektromotorrades sind.

Variable Ladezeiten

Welche Zeit man für das Laden der Akkus einplanen muss hängt von der Ausstattung ab, die man sich leistet und von der Steckdose. Bei Vollausstattung lässt sich der Akku über eine entsprechende Ladesäule mit maximal 12 kW laden. Dann sollen laut Hersteller in einer Stunde Strom für 246 Kilometer (Stadtverkehr) in den Akku fließen. Wer nur mit 3 kW laden kann, zum Beispiel an einer herkömmlichen Haushaltssteckdose, kann in einer Stunde Strom für 61 Kilometer nachzapfen. Eine schnelle Ladung erfolgt immer nur bis maximal 95 Prozent Akkukapazität. Für die letzten fünf Prozent nimmt sich die Elektronik dann 30 Minuten Zeit, um den Akku zu schonen. Auf den Energiespeicher gibt Zero dann auch fünf Jahre Garantie (ohne Kilometerbegrenzung).

Der Ladestand und die restliche Zeit bis zum Vollladen sowie viele weitere Funktionen und Fahrdaten lassen sich bei der Zero über eine App abrufen. In ihrem Betriebssystem speichert die SR/F auch die zurückgelegte Strecke und die Schräglagen in den Kurven.

Spaß ja, Touren noch eingeschränkt, das ist das Fazit, dass man zu den Elektro-Motorrädern bisher ziehen kann. Doch die Entwicklung bei den Akkus geht ja noch weiter. Und in Sachen Fahrwerk und Verarbeitung brauchen sich die Zeros schon heute nicht mehr zu verstecken.

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