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Zweirad Dahlhues: Aus Warendorf in die weite Welt

| Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Martina Eicher

Motorrad, Pedelec, Fahrrad: Lutz Dahlhues bringt in seinem Geschäft alle Arten von Zweirädern unters Volk. Doch die Jury beeindruckte nicht nur das Verkaufstalent des Unternehmers, sondern sein strategisches Denken: Vor allem im Fahrradgeschäft hat er deutschlandweite Ambitionen.

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Mit 21 Mitarbeitern gehört Dahlhues schon zu den größeren Zweiradhäusern. Aber es sind ja eigentlich zwei Betriebe unter einem Dach.
Mit 21 Mitarbeitern gehört Dahlhues schon zu den größeren Zweiradhäusern. Aber es sind ja eigentlich zwei Betriebe unter einem Dach.
(Bild: Jan Rosenow)

Wenn Lutz Dahlhues nach seinem Erfolgsrezept gefragt wird, antwortet er mit nur scheinbar trivialen Worten: „Ans Telefon gehen, E-Mails beantworten, die Fahrzeuge am Lager haben und sie verkaufen wollen.“ Solche einfachen und logischen Aussagen feuert der 41-jährige Unternehmer aus Warendorf in schneller Folge ab, wenn man mit ihm über sein Geschäft spricht. Doch wenn es so leicht wäre, wie es klingt, dann würden es ja alle so machen. Hinter der locker-lässigen Fassade von Lutz Dahlhues steckt ein geborener Unternehmer, der seine Karriere im Schnelldurchlauf durchgezogen hat. Nach der Lehre zum Zweiradmechaniker absolvierte er mit nur 21 Jahren die Meisterschule und machte sich 1999 selbstständig – „in einer Garage mit zehn Fahrrädern und drei Suzuki-Rollern“, wie er sich erinnert. Nur zehn Monate später zog er an den heutigen Standort um. Heute gehört er bei seinen Marken Suzuki und Yamaha zu den verkaufsstärksten Händlern in Deutschland, vertreibt 1.000 E-Bikes im Jahr und unterhält eine eigene Fahrradproduktion unter der Marke „Warendorfer“. Nicht weniger als 21 Mitarbeiter sind bei Zweirad Dahlhues beschäftigt.

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Seinen Betrieb am Stadtrand von Warendorf hat er seither in jedem zweiten Jahr umgebaut und erweitert – und das immer in Eigenleistung. Auch beim Jurybesuch Ende September lief gerade eine Baumaßnahme: Die Werkstatt, die bislang klein und ohne Tageslicht hinter dem Showroom lag, bekam ein neues, lichtdurchflutetes Zuhause, neue Hebebühnen und Werkbänke.

Dem Servicegeschäft hat Lutz Dahlhues viel zu verdanken, wie er der Jury erzählte: „Ich bin nur durch die Werkstatt groß geworden.“ Das gilt nicht nur für das Motorrad-, sondern auch für das Fahrradbusiness. „Durch unsere Tätigkeit als Motorradhändler trauen uns die Leute zu, auch mit E-Bikes klarzukommen. Die Leute wollen heute keinen Handschlag mehr selbst machen – nicht einmal Luft aufpumpen. Und so pumpen wir am Tag bestimmt 40 Räder auf.“

Ein „Mobile.de“ für Fahrräder ist in Planung

Das sorgt natürlich für Zufriedenheit und Bindung, wenn die Kunden wissen, dass sie selbst mit solchem Kleinkram zu Dahlhues kommen können. Gleichzeitig ist es eine Herausforderung, die Fahrradwerkstatt wirtschaftlich zu betreiben. Das ist kein Wunder, wenn der Stundenverrechnungssatz nur 49 beträgt statt 89 Euro beim Motorrad.

Im Verkauf hingegen denkt der Unternehmer groß. Seine Marken Suzuki, Yamaha und Zero vertreibt er in ganz Deutschland. Noch größere Pläne will er im Fahrradbusiness umsetzen, für das viele Dienstleistungen, die bei Motorfahrzeugen Usus sind, noch gar nicht existieren oder kaum genutzt werden. So hat er unter dem Namen „Radelnde Mitarbeiter“ ein eigenes Dienstrad-Konzept entwickelt, mit dem Kunden ihr neues Rad per Gehaltsumwandlung und Ein-Prozent-Regelung leasen können – analog zur Dienstwagenregelung.
Für hochpreisige E-Bikes ist das eine vorteilhafte Sache, die Dahlhues deutschlandweit ausrollen will.

Wer hochwertige Fahrräder ver­least, der bekommt nach einiger Zeit auch Rückläufer. Doch wo diese anbieten? Der Warendorfer hat mit Velobay eine eigene Gebrauchtfahrradbörse aufgebaut, die er am liebsten zum „Mobile.de für Fahrräder“ machen möchte. Unter der Marke Fahrradheld betreibt Dahlhues einen Onlineshop für Fahrräder, Bekleidung und Zubehör. Grundsätzlich steht er dem Onlinegeschäft jedoch skeptisch gegenüber – aber nicht, wie viele Kollegen, aus Vorurteilen, sondern aus Erfahrung: „Hier kann man kein Geld verdienen.“

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