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Zweirad-Handwerk arbeitet aktuelle Probleme ab

An elf Prüfungsstandorten startet im Sommer das Pilotprojekt „bundeseinheitliche Gesellenprüfung“. Das Zweirad-Handwerk blickt auf ein Jahr mit neuen Herausforderungen.

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Weichenstellungen: Bundesinnungsmeister Frank Döring auf der BIV-Vorstandssitzung am 17. April in Hilden.
Weichenstellungen: Bundesinnungsmeister Frank Döring auf der BIV-Vorstandssitzung am 17. April in Hilden.
(Bild: BIV)

Der Vorstand des Bundesinnungsverbandes für das Deutsche Zweiradmechaniker-Handwerk (BIV) hatte bei seiner ersten Vorstandssitzung in diesem Jahr am 17. April in der Verbandsgeschäftsstelle in Hilden eine stramme Tagesordnung zu bewältigen. Für die kommende Testphase arbeitet derzeit ein vom Bundesinnungsverband zusammengesetztes Autorenteam an drei Aufgabensätzen à 60 Minuten für den Bereich Fahrrad sowie vier Aufgabensätzen für die Fachrichtung Motorrad. Der erste bundeseinheitliche Prüfungstermin ist für die Winterprüfung 2018/2019 geplant.

Aus Sicht des Fahrradhandels wirkt die neue Verwaltungspraxis der Finanzämter störend auf das bisher erfolgreiche Geschäftsmodell des Dienstradleasings. Vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellte Fahrräder – vornehmlich teure E-Bikes – werden steuerlich ähnlich wie Dienstwagen behandelt. So können ein Prozent vom Bruttolistenpreis des Fahrrads monatlich als geldwerter Vorteil versteuert werden. Die Leasingrate selbst wird vom Entgelt abgezogen und führt so zu einer Senkung von Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeitrag. Anders als bei einem Dienstwagen muss der Arbeitsweg mit einem Dienstfahrrad nicht versteuert werden. Die sogenannte Pendlerpauschale kann jedoch in der Steuererklärung mit 0,30 Cent/km in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Ausnahme bilden die S-Pedelec mit einer Tretunterstützung über 25 km/h. Bei diesen Fahrzeugen wird der einfache Anfahrtsweg zwischen Wohnen und Arbeiten mit 0,03 Prozent der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers zum geldwerten Vorteil hinzugerechnet. Problematisch ist die neue Praxis der Finanzämter, den Restwert der Leasingrückläufer pauschal mit 40 Prozent des Listenpreises zu veranschlagen. „Eine völlig lebensfremde Entscheidung“, so Bundesinnungsmeister Frank Döring.

Lutz Dahlhues, Geschäftsführer der Purobike GmbH, die mit dem Leasingkonzept „Radelnde Mitarbeiter“ auf dem Markt ist, war der Einladung des Zweirad-Handwerks gefolgt und stellte seine Überlegungen zum Umgang mit der aktuellen Situation dar. „Zur Bestimmung des Fahrradrestwertes entwickeln wir derzeit praxisgerechte Lösungen“, informierte Dahlhues. „Schon jetzt können wir als Provider die Versteuerung des Arbeitnehmers und des Arbeitgebers als zuwendender Dritter übernehmen und abführen“, so der Geschäftsführer von Zweirad Dahlhues aus Warendorf bei Münster. Dem BIV will man die Ergebnisse der eigenen Restwertbegutachtungen nach einer Probephase zur Verfügung stellen. „Wir werden dies zum Anlass nehmen, mit dem Bundesfinanzministerium noch einmal ins Gespräch zu kommen.“

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