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Zweiradmechaniker-Handwerk: Deutschland-Holland 3,5:3

Autor / Redakteur: Peter Goltzsche / Dipl. sc. Pol. Univ. Stephan Maderner

Eine Delegation der Landesinnung Zweiradmechaniker-Handwerk Hessen besuchte am 12. März diverse Berufsbildungsinstitutionen im Nachbarland Niederlande.

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Die Niederlande hat starkes Interesse an der Teilnahme am Zweiratechniker-Europacup: Im Bild die Verantwortlichen für die Zweiradausbildungen beim Koning Willem 1 College (v.li.): Henk Verschure, Jaap Kroot und Ruud Glorius.
Die Niederlande hat starkes Interesse an der Teilnahme am Zweiratechniker-Europacup: Im Bild die Verantwortlichen für die Zweiradausbildungen beim Koning Willem 1 College (v.li.): Henk Verschure, Jaap Kroot und Ruud Glorius.
(Foto: Peter Goltzsche)

Auch wenn es in unserer Überschrift einem Fußballergebnis gleicht, so geht es in diesem Artikel doch um die Ausbildungsjahre im Zweiradmechaniker-Handwerk in Deutschland (dreieinhalb) und in den Niederlanden (drei). Eine kleine Delegation der Zweiradmechaniker-Landesinnung Hessen und der Bundesfachschule für Zweiradtechnik Frankfurt am Main machte sich am 12. März auf den Weg in die Niederlande, um den ersten Kontakt für Berufsausbildung und für den Wettbewerb Europa-Cup zu knüpfen. Dem Team Deutschland gehörten an: Claudia Dillenburger von der Bundesfachschule, Ehrenbundesinnungsmeister Ernst Brehm, Peter Flügel und Peter Goltzsche (beide von der Landesinnung Hessen). Sie folgten der Einladung des Koning Willem I College in Hertogenbosch. Folgende Themen standen auf der Agenda: Neue Ausbildungsverordnung (Deutschland), duale Ausbildung (Deutschland), Vorstellung Europa Cup (Europa), Ausbildung Zweirad (Niederlande) sowie Möglichkeiten der Teilnahme am Europa Cup 2015 (Niederlande).

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Bei der Ankunft wurde die deutsche Delegation freundlich von Henk Verschure begrüßt, dem Lehrer vom Koning Willem I College in 's-Hertoogenbusch (zu deutsch: Herzogenbusch). Auf dem Rundgang wurde schnell deutlich, dass auch hier auf sehr hohem Niveau ausgebildet wird. Die Werkstätten sind modern eingerichtet, die Klassenräume liegen direkt neben der Werkstatt, somit sind kurze Wege von der Theorie zur Praxis garantiert. Nach dem Rundgang trafen die Zweiradspezialisten des Colleges und die Delegation zu einem Meeting zusammen. Jetzt konnten die hessischen Zweiradspezialisten ihren niederländischen Kollegen (die Verantwortlichen für die Zweiradausbildungen beim Koning Willem 1 College sind Henk Verschure, Jaap Kroot und Ruud Glorius) die Duale Ausbildung und die neue Ausbildung zum Zweiradmechatroniker vorstellen. Auch der Europacup interessierte die niederländischen Kollegen sehr.

Die Vorstellung der Ausbildung in den Niederlanden wurde klassisch auf einer Schultafel vorgestellt. Die Ausbildung geht über einzelne Bausteine von Niveau 1 bis Niveau 4, ab Niveau 3 hat man einen ähnlichen Status wie ein Geselle in Deutschland. Am zweiten Tag fuhr man in das rund 30 Kilometer entfernte Nieuwegein zur Ausbildungseinrichtung Innovam. Hier werden Prüfungen und Lehrgänge im gesamten Fahrzeugbereich durchgeführt. Integriert sind mehrere Bereiche dazu gehört auch die „Tweewieler Academy“. Arnoud Quendag von der Akademie begrüßte die ausländischen Besucher und alle konnten an einem Prüfungstag die bereitgestellten Fahrzeuge anschauen. Die Deutschen nutzten die Möglichkeit, mit Auszubildenden zu sprechen, auch wenn hier lieber die Landessprache gewählt wurde.

Die Schlussbesprechung wurde in großer Runde abgehalten. So wurde sichergestellt, dass die Meinungen von mehreren Einrichtungen der Niederlande in der Zweiradausbildung vertreten waren. Das Resümee der Reise: Neben dem Austausch des technischen Standards der einzelnen Ausbildungsverordnungen ist das Interesse am Wettbewerb Europa Cup erheblich. Die Holländer wollen jetzt und in der Zukunft (noch besser) wissen, wo man im europäischen Vergleich mit der Zweiradausbildung steht. Derzeit wird geprüft, wie Kandidaten auf Gesellenniveau in den Niederlanden ermittelt werden könnten, um dann den Besten im März 2015 zum Europa Cup in die Tschechische Republik zu entsenden. So wie es scheint, hat der Wettbewerb Europa-Cup ein weiteres Europäisches Land dazu gewonnen.

Das Vorbereitungskomitee trifft sich übrigens am 28. und 29. Juni in Würzburg bei Vogel Business Media. Auf Einladung von »bike und business« findet dort das Meeting statt. Eingeläutet wird das Jour fix der Zweiradprofis Europas mit einer Weinprobe im Weinkeller des Würzburger Bürgerspitals.

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