Zweiradmechatroniker länderübergreifend ausbilden?

Runder Tisch in Halle

| Redakteur: Stephan Maderner

Zweiradprofis unter sich in der HWK Halle.
Zweiradprofis unter sich in der HWK Halle. (Foto: HWK Halle)

Auf der Vorstandssitzung der Zweiradmechaniker-Innung im Kammerbezirk Halle (Saale) diskutierten Mitte August zahlreiche Zweiradprofis über die Zukunft des Berufsbildes.

Bei der Vorstandsitzung der Zweiradmechaniker-Innung im Kammerbezirk Halle (Saale) hatte Innungsobermeister Uwe Bönicke dafür gesorgt, dass Vertreter verschiedenster Berufe und Institutionen, die das Zweiradhandwerk tangieren oder zukünftig tangieren können, an einem Tisch sitzen. Lehrer für Technik und Berufsorientierung, Obermeister anderer Innungen, Vertreter der Handwerkskammern Halle, Leipzig und Dresden kamen zum Austausch zusammen, um über die novellierte Ausbildung (seit 1.1. 2014 gibt es den „Zweiradmechatroniker“), die zukünftige Aus- und Weiterbildung der Zweiradmechatroniker in Mitteldeutschland und die weitere Zusammenarbeit zu beraten.

Einig waren sie sich, dass ein stärkeres Technikverständnis bereits bei Schulkindern geweckt werden soll. Eine mögliche Grundlage ist die Kooperation von Unternehmen des Zweiradmechaniker-Handwerks mit den Schulen.

Mit der Novellierung des Ausbildungsberufes steigen die technischen Anforderungen an die Azubis, aber auch an die Ausrüstung der Ausbildungsstätten und an die Ausbilder. Synergieeffekte wie ein Austausch von Dozenten untereinander wurde angesprochen. Der Bundesinnungsmeister im Zweiradmechaniker-Handwerk Frank Döring unterstrich, dass der Bundesinnungsverband die Novellierung des Berufes und die 3 ½ Jahre Dauer der Ausbildung durchsetzen konnte. Ab September werde es außerdem den neuen Beruf des Zweiradverkäufers geben, sagte er. Nächstes Jahr stünde die Novellierung der Meisterausbildung an, sagte er.

Die Probleme des Zweiradmechaniker-Handwerks kamen auch zur Sprache: Die Betriebe sind eher klein, es gibt wenige Lehrlinge, die Betriebszahlen lassen sich aufgrund unterschiedlicher Listung bei den Handels- und Handwerkskammern nur schwer ermitteln, die moderne Technik fehle häufig bei der Ausstattung der Ausbildungswerkstätten. Geplant sei deshalb eine durch den Bundesinnungsverband organisierte Dauerleihgabe von Technik, so der Bundesinnungsmeister. Dass die Zweiradausbildung im Bildungs- und Technologiezentrum (BTZ) der HWK Halle auch in der E-Technik gut aufgestellt sei, darauf verwies BTZ-Leiter Andreas Nowottny.

Ab Ende des Jahres werden auch die Lehrlinge der Handwerkskammer Dresden ihre Überbetriebliche Lehrunterweisung im BTZ in Halle-Osendorf absolvieren. „Dass die überregionale Fachklasse in der Berufsschule in Leipzig gelandet ist“, ist auch für unsere Ausbildung aufgrund der geographischen Nähe von Vorteil“, sagte Volker Becherer, Abteilungsleiter Berufliche Bildung der HWK Halle. Diskutiert wird aktuell eine zentrale Ausbildungsstätte für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen länderübergreifend einzurichten. Uwe Bönicke: „Das BTZ in Halle-Osendorf kann mit der technischen Ausrüstung und seiner Lage punkten.“

Aktuelle Ausbildungszahlen: HWK Halle: 15 Azubis insgesamt, HWK Magdeburg (16), HWK Leipzig (12) und HWK Dresden (15).

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