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Zweiräder sind die beste Stau-Bremse

10 Prozent mehr Motorräder und Roller im Berufsverkehr könnten für 40 Prozent weniger Staus sorgen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von „Transport & Mobility Leuven“.

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Mehr Motorräder statt Autos auf den Straßen - und schon liefe der Verkehr reibungsloser.
Mehr Motorräder statt Autos auf den Straßen - und schon liefe der Verkehr reibungsloser.
( IVM )

Wenn nur jeder zehnte Autofahrer zugunsten eines Motorrads oder Rollers auf sein Auto verzichten würden, könnte das Verkehrsaufkommen um 40 Prozent gesenkt werden! Dies ist das Ergebnis einer Studie, die auf einer der überfülltesten Straßen Belgiens stattfand, welche hierbei stellvertretend für den dichten Straßenverkehr in Europas urbanen Gegenden steht. Darauf weist der Industrie-Verband Motorrad (IVM) in seiner Online-Ausgabe „IVM-Performance“ hin, das wir im Folgenden zitieren.

„Die Europäische Kommission ist darum bemüht, eine neue Art der Mobilität voranzutreiben, welche Emissionen reduziert und die Lebensqualität verbessert. Hier könnten die motorisierten Zweiräder einen Lösungsansatz bieten. Während das vor kurzem veröffentlichte „White Paper on Transport“ darauf aus ist, ein Gleichgewicht zwischen dem individuellen Bedarf an Mobilität und dem Wunsch nach effizienter Beförderung zu schaffen, hat die Studie herausgefunden, dass Staus der Vergangenheit angehören könnten, wenn 25 Prozent aller Berufspendler per Motorrad und Roller unterwegs wären.

Die Studie von „Transport & Mobility Leuven“ und der Universität Leuven zeigt, dass die Integration motorisierter Zweiräder der einzig realistisch durchführbare und dazu noch erschwingliche Weg ist, das Problem der Staus sowie deren negative Folgen für den Alltag europäischer Pendler effektiv zu verbessern. Motorräder und Roller stellen ein bislang nicht ausgeschöpftes Potential dar, die Mobilität zu verbessern und weisen hierbei Ergebnisse auf, denen andere Alternativen wie das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel im Großen und Ganzen nichts entgegenzusetzen haben.

Die Untersuchung wurde von Febiac (Fédération Belge des Industries de l‘Automobile et du Cycle) in Auftrag gegeben. Der Verband beruft sich auf eine Fallstudie, die sich den Abschnitt Leuven-Brüssel der E40 zur Stoßzeit vorgenommen hat, auf Grundlage von Verkehrsstatistiken eines normalen Arbeitstages im Mai 2011. Die Ergebnisse zeigen, dass es ganz offensichtlich Konsequenzen für die Ausmaße eines Staus hat, wenn während dieser Zeitspanne zehn Prozent der Fahrer ihr Auto gegen ein Motorrad oder Roller tauschen.

Wenn nun diese Beobachtungen auf das gesamte Straßennetz hochgerechnet werden, kommt die Studie zu folgendem Ergebnis: 15.000 Stunden, die pro Tag im belgischen Straßenverkehr verloren gehen, könnten eingespart werden – dies entspricht wiederum einer Zeiteinsparung von annähernd 350.00 Euro pro Tag.

Kürzere Staus, die sich unweigerlich auch schneller wieder auflösen, bringen ebenso umweltspezifische Vorteile mit sich. Allerdings, wie wichtig die Ergebnisse dieses Versuchs auch sind, an erster Stelle muss dennoch die Verkehrssicherheit stehen. Entsprechende Fahrsicherheitstrainings und ein vernünftiges Verhalten aller Verkehrsteilnehmer sind ein Muss, um das Risiko zu reduzieren. Die zunehmende Anzahl von Motorrad- und Rollerfahrern hat dazu geführt, dass diejenigen Verkehrsteilnehmer, die sich daran gewöhnt haben, mehr Zweiradfahrer auf den Straßen zu sehen, sich ihre Anwesenheit auch mehr bewusst machen. Nur so kann gegenseitiger Respekt und Verständnis für einander auf der Straße erreicht werden.“ Diesem IVM-Bericht ist nicht hinzuzufügen!

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